Roadmap Energiepolitik 2020

BMU stellt Konzept für erneuerbare Energien vor

Das Bundesumweltministerium hat ein Konzept zur Energiepolitik bis zum Jahr 2020 vorgestellt. Demnach soll beispielsweise durch energetische Gebäudesanierung und den Einsatz erneuerbarer Energien der Bedarf an Öl und Gas im Wärmeberich kräftig gesenkt werden, auch der Strombedarf soll sinken.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wir werden den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromversorgung bis 2020 auf über 30 Prozent ausbauen, den Atomausstieg umsetzen und uns für effizientere fossile Kraftwerke einsetzen", sagte Umwelt-Staatssekretär Matthias Machnig am Donnerstag in Berlin.

Durch Einsparmaßnahmen wie die energetische Gebäudesanierung und durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien lasse sich der fossile Wärmebedarf bis 2020 um ein Viertel senken, betonte Machnig und fügte hinzu: Auch im Verkehrsbereich gebe es noch große Potenziale.

Bei der Energieeffizienz bestehe enormer Handlungsbedarf. Die Bundesregierung habe sich darauf verständigt, die Energieproduktivität bis 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu verdoppeln.

Um dies zu erreichen, müsse der Strombedarf bis 2020 um elf Prozent reduziert werden. Dazu würden effizientere Kraftwerke benötigt. Ferner sollte in energieintensiven Betrieben ein Energiemanagement eingeführt werden, sagte Machnig. Die "Roadmap Energiepolitik 2020" vereine Klimaschutz, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise.

DUH: Keine neuen Kohlekraftwerke

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gab zu bedenken, dass die geplante Verdoppelung des Anteils von Strom aus erneuerbaren Energiequellen bis 2020 nicht gelingen könne, wenn neue Kohlekraftwerke gebaut werden. DUH-Geschäftsführer Rainer Baake sagte, ein noch größerer Widerspruch würde entstehen, wenn - wie von der Union gefordert - die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängert würden.

Baake sagte, man stehe vor der absurden Situation, dass die eine Regierungsfraktion dem Volk erneut Atomkraftwerke über Laufzeitverlängerungen anbiete und die andere von neuen Kohlekraftwerken nicht lassen wolle. Beides sei mit einem kräftigen Ausbau der Erneuerbaren Energien bis 2020 nicht vereinbar. Benötigt würden allerdings für eine Übergangszeit mehr hocheffiziente und flexible Gaskraftwerke.