"Keine Zukunft"

BMU-Staatssekretär kritisiert Atomlobby

Michael Müller, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, kritisiert anlässlich der Wintertagung des Deutschen Atomforum die Atomlobby. "Die Zukunft gehört nicht den Großkraftwerken auf der Verbundebene, sondern den hocheffizienten dezentralen Technologien und den erneuerbaren Energien."

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Die Herren, die für die Verlängerung der Laufzeiten von abgeschriebenen Atomkraftwerken Stimmung machen, haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt", so Müller. Selbst die Klima-Enquete-Kommission des Bundestages habe trotz CDU/CSU/FDP-Mehrheit beschlossen, dass nur der Umbau der Energieversorgung hin zu dezentralen Energiedienstleistungen mehr Klimaschutz verwirklichen kann.

Weltweit würden gerade einmal 31 Staaten die Atomenergie nutzen. Zudem würden in vielen Ländern neue Atomkraftwerke nur gebaut, wenn sie massiv von dritter Seite subventioniert werden. Zuletzt hat sich der Weltklimarat sehr skeptisch gezeigt, dass die nukleare Stromerzeugung einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten könne, der zudem mit hohen Risiken und Gefahren vor allem in der Dritten Welt bezahlt würde.

Müller betont, dass Deutschland beim Umbau der Energieversorgung sehr erfolgreich sei. Demnach folgen inzwischen 48 Staaten dem Fördermodell zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Auch das Ziel, die Energieproduktivität zu verdoppeln, finde weltweit Beachtung. "Die Behauptung, Deutschland würde sich isolieren, ist eine Lobbyistenbehauptung, die von den Fakten nicht gedeckt ist", so der Staatssekretär. Ihnen geht es um die Nutzung abgeschriebener Kraftwerke, die hohe Gewinne bringen.