Effizienzsteigerung erwartet

BMU-Förderung für Solarzellen mit Kühlung

Solarzellen kühlen, damit diese mehr Strom produzieren? Beim Um- und Ausbau seines Optikerfachgeschäftes in Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern erprobt Frank Borstel neue Wege zur Steigerung der Energieeffizienz und verwirklicht ein innovatives Konzept zur umweltfreundlichen Wärme- und Kälteerzeugung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Bundesumweltministerium (BMU) unterstützt das Vorhaben aus dem "Investitionsprogramm zur Verminderung von Umweltbelastungen" als Musterprojekt für den gewerblichen Bereich mit etwa 70 000 Euro. Denn besonders im Gewerbebereich würden bei Modernisierungen und Neubauten die Möglichkeiten zur rationelleren Verwendung von Energie bislang kaum genutzt, so das Ministerium.

Wie das BMU weiter mitteilt, werde bei dem Projekt in Grimmen ein ganzheitliches Energiekonzept umgesetzt. Der Ausstoß von Treibhausgasen solle um 27 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr gegenüber den gesetzlichen Vorgaben vermindert werden. Besonders innovativ sei die geplante Kühlung der Solarzellen einer Photovoltaikanlage mit 11,2 Kilowatt photovoltaischer Spitzenleistung. Denn der Wirkungsgrad von Solarzellen nimmt mit steigender Temperatur ab. Die Wärme wird über Wärmetauscher an kühles Brunnenwasser abgeführt, das anschließend in einen nahe gelegenen Bach eingeleitet wird. Von der Kühlung verspricht man sich eine Steigerung des Wirkungsgrades um etwa 15 Prozent.

Um diesen Effekt genauer zu untersuchen, wird nur die Hälfte der Anlage gekühlt. Insgesamt erwarten die Experten einen Stromertrag von mehr als 10 000 Kilowattstunden pro Jahr, ungekühlt wären es weniger als 9500 Kilowattstunden. Die Messdaten können später in Echtzeit abgelesen und ausgewertet werden. Auch die Industrie hat an dem Projekt bisher Interesse bekundet, vor allem auch der Hersteller der Zellen.

Den größten Anteil zur Verringerung der Treibhausgasemission, insgesamt rund die Hälfte der 27 Tonnen Kohlendioxid laut BMU, erbringt jedoch der Verzicht auf eine herkömmliche Klimaanlage. Die notwendige Kühlung der Gewerberäume erfolgt durch ein Kapillarrohrmattensystem unterhalb der Geschossdecken, das ähnlich wie die Photovoltaikanlage ebenfalls indirekt durch Grundwasser temperiert wird.

Die Messdaten des Projektes sollen noch in diesem Jahr auch über das Internet zugänglich sein, mit einem Abschlussbericht sei in rund zwei Jahren zu rechnen.

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