Bulgarien

Bischof will Stromrechnung mit Rolex bezahlen

Mit dem Verkauf seiner Luxus-Armbanduhr will ein bulgarischer Bischof verhindern, dass in seiner Gemeinde das Licht ausgeht. Damit sorgt erneut der Lebenswandel von Kirchenfürsten in dem krisengeschüttelten Land für Aufsehen. Kürzlich hatten blutige Proteste wegen massiv gestiegener Strompreise zum Rücktritt des Regierungschefs geführt.

Stromkosten© fox17 / Fotolia.com

Sofia (AFP/red) - Der Bischof (Metropolit) von Plowdiw, Nikolaj, habe der Kirche St. Marina seine Rolex angeboten, damit diese durch den Verkauf ihre klamme Kasse füllen und die Stromrechnung bezahlen könne, erklärte die Kirche, eine der größten in Mittelbulgarien. Die Strompreise in Bulgarien haben sich zwischen Dezember und Januar mehr als verdoppelt, was in der vergangenen Woche zu wütenden Protesten und zum Rücktritt von Regierungschef Boiko Borisow führte.

Argwöhnische Kommentare in den Medien

Die orthodoxe Kirche ist nach dem Staat der größte Arbeitgeber in Bulgarien. Ihre Kassen sind chronisch leer, viele ihrer Mitarbeiter erhalten kaum mehr als einen Hungerlohn. Wegen großzügiger Spenden von Neureichen geriet die Kirche zuletzt in die Kritik. Die sündhaft teure Rolex des Bischofs rief vor diesem Hintergrund in den bulgarischen Medien ebenso argwöhnische Kommentare hervor wie ein Lincoln-Luxusauto des Metropoliten von Varna, Kiril.

Quelle: AFP