Super E10

Biosprit-Debatte: Der Bauernverband schlägt zurück

In der Diskussion um den neuen "Biokraftstoff" E10 hat der Deutsche Bauernverband (DBV) sowohl Umweltschützern als auch dem ADAC Panikmache vorgeworfen und die Umweltverträglichkeit des neuen Kraftstoffs betont. Allerdings hagelte es Kritik an der Informationspolitik der Mineralöl-Firmen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Osnabrück (afp/red) - "Was die Umweltverbände verbreiten, ist völlig inakzeptabel", sagte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag. Mit E10 könnten im Vergleich zu fossilen Energieträgern durch den Einsatz von Bioethanol 50 bis 60 Prozent der Klimagase eingespart werden. "Außerdem verschweigen die Umweltaktivisten, dass wir pro Hektar Bioethanol-Erzeugung - je nach Ertrag und Produkt - zwischen zwei und vier Tonnen höchstwertiges Futter-Eiweiß produzieren", sagte Sonnleitner. Dies müsse dann nicht aus Brasilien, Argentinien und anderen Ländern importiert werden.

Seit Anfang Februar wird an den deutschen Tankstellen schrittweise der Kraftstoff E10 mit zehnprozentiger Beimischung von Bioethanol angeboten. Die Tankstellen wollen damit eine gesetzliche Quote zum Biosprit erfüllen, bei deren Unterschreitung ihnen Strafen drohen. Umweltverbände und der umweltorientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatten vor einer ungünstigen Klimabilanz der neuen Benzinsorte gewarnt: Gefährdete Ökosysteme gerieten stärker unter Druck, wenn die Nachfrage nach Agrarland für den Anbau von Energiepflanzen steige, argumentieren sie. Ein weiterer Nachteil von E-10 ist ein im Vergleich zu traditionellem Super höherer Benzinverbrauch.

Sonnleitner kritisierte, die mangelnde Kommunikation der Mineralöl-Firmen habe viel Negatives bewirkt. In anderen Ländern sei der Anteil von Bioethanol im Benzin noch weit höher, dort seien jedoch alle zufrieden. "Nur bei uns gibt es Panikmache sowohl seitens der Mineralölfirmen als auch des ADAC und der Umweltverbände. Das ist alles unfair und falsch."