Finanzierung

Biomasse-Forschungszentrum ist auf privates Kapital angewiesen

An der laufenden Finanzierung des geplanten Deutschen Biomasse-Forschungszentrums (DBFZ) in Leipzig werden sich zahlreiche Bundesministerien sowie das Land Sachsen und Nachbarländer beteiligen, trotzdem wird sich das Zentrum zu einem großen Teil aus der freien Wirtschaft finanzieren müssen.

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Leipzig (ddp/sm) - Der Bund werde zwar den Großteil der 80 Planstellen bezahlen, ein Schwerpunkt werde jedoch die Drittmitteleinwerbung sein, so Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU). Zudem würden bis zu sieben Planstellen durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) übernommen.

Neben vier Millionen Euro aus seinem Hause des Landwirtschaftsministers und den zwei Millionen des Freistaats Sachsen werde auch das Bundesverkehrsministerium jährlich eine Million zur Finanzierung des Zentrums beitragen, ebenso das Bundesforschungs- und das -umweltministerium. Zudem stehe der Haushaltsposten für nachwachsende Rohstoffe von 50 Millionen Euro aus dem Landwirtschaftsministerium bereit, um das Biomasse-Forschungszentrum zu unterstützen.

Wissenschaftlich wie auch finanziell beteiligen werden sich auch die Nachbarländer Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das DBFZ werde eine eigenständige Bundes-Forschungseinrichtung bleiben und nur lose mit anderen Forschungsinstituten verknüpft werden, sagte Seehofer weiter.

Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), nannte die Biomasseforschung eines der wichtigsten Themen der Zukunft. Mit dem neuen Zentrum würden die Ost-Länder ähnlich wie bei der Solartechnik in Deutschland führend werden. Die Branche verspreche "gigantische Wertschöpfungen in der Zukunft", sagte Tiefensee.

Thematisch wird sich das DBFZ nach Angaben von Professor Martin Kaltschmitt vom Leipziger Institut für Energetik und Umwelt vor allem der Biogasanwendung zuwenden. Dabei sollen Kleinanlagen zur Biogasnutzung im Mittelpunkt stehen. Ein weiteres Forschungsgebiet sollen Prozesse der Nutzung von Biomasse-Pflanzen und deren Umweltverträglichkeit sein.