Erfreulicher Zuwachs

Biokraftstoffe: Anteil nimmt stetig zu

Wie die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) gestern in Stuttgart mitteilte, ist der Anteil der Biokraftstoffe am Treibstoffverbrauch des Landes im Jahr 2005 auf 3,4 Prozent gestiegen. Dies entspricht dem Bundesdurchschnitt. 2004 waren es noch 2,1 Prozent.

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Stuttgart (red) - Nach Angaben des Umweltministeriums entfielen mehr als 85 Prozent auf Biodiesel (Rapsölmethylester RME), acht Prozent auf Bioethanol (in der Regel aus Getreide, Zuckerrüben oder Mais gewonnener Alkohol) und rund sieben Prozent auf Rapsöl. Aus Biomasse synthetisch hergestellte Biokraftstoffe spielten dagegen zurzeit noch keine Rolle, weil die technischen Möglichkeiten noch nicht ausreichend ausgereift und marktfähig seien. In Baden-Württemberg gibt es derzeit rund 150 Biodieseltankstellen.

Die Zunahme um mehr als 60 Prozent bezeichnete die Ministerin als "erfreulichen Boom". Gönner: "Zu dieser Entwicklung haben sicher die gestiegenen Treibstoffpreise beigetragen. Der Preisvorteil der Biokraftstoffe hat sich dadurch erhöht." Bei den Verbrauchern sei außerdem das Bewusstsein gestiegen, dass Alternativen zu dem aus Erdöl gewonnenen Diesel und Benzin gefunden werden müssten. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe wie Biodiesel als alternativer Treibstoff trage zum Klimaschutz bei und verringere zudem die Abhängigkeit von Erdölimporten, betonte Gönner.

Trotz der Steigerung sei das vorhandene Potenzial zur energetischen Nutzung von Biomasse noch nicht ausgeschöpft, zeigte sich Umweltministerin Gönner überzeugt. "Wir streben bis 2010 eine Verdoppelung an. Das ist ein ehrgeiziges, aber realisierbares Ziel." Zum 1. August 2006 laufe die vollständige Steuerbefreiung von Biokraftstoffen zwar aus. Gönner sagte: "Trotz der Teilbesteuerung von Biodiesel in Höhe von neun Cent pro Liter besteht weiterhin ein deutlicher Abstand zu der für herkömmlichen Diesel erhobenen Mineralölsteuer in Höhe von 47 Cent pro Liter."

Zu einer Erhöhung des Biokraftstoffanteils werde außerdem die ab 1. Januar kommendem Jahr geltende Verpflichtung der Mineralölhersteller zur Beimischung von Biokraftstoffen beitragen, so die Umweltministerin. Geplant sei eine Beimischung in Höhe von 4,4 Prozent des Dieselabsatzes und zwei Prozent des Benzinabsatzes. Die weiterhin bestehende Steuerbegünstigung für reine Biokraftstoffe in Verbindung mit der geplanten Beimischungspflicht ab 1.1.2007 gebe der Landwirtschaft wie auch den Herstellern von Biokraftstoffen die notwendige Planungssicherheit.