Statistik

Biogas-Nutzung legt in Sachsen weiter zu

Die Zahl der sächsischen Biogas-Anlagen könnte sich nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich (CDU) mittelfristig verdreifachen. "Die Landwirte haben Biogas als alternative Einkommensquelle entdeckt", sagte er heute in Dresden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - Bereits heute gebe es 60 fertiggestellte oder sich im Bau befindliche Biogas-Anlagen im Freistaat. Die elektrische Leistung betrage zwischen 17 und 18 Megawatt. Damit sei eine Strommenge herstellbar, die den Bedarf von 20 000 Vier-Personen-Haushalten deckt.

Dennoch gebe es auch in Sachsen bei dieser Nutzungsform noch Nachholbedarf. Tillich verwies auf die skandinavischen Länder. So betrieben beispielsweise 17 schwedische Städte ihre Busflotte ausschließlich mit Biogas. Auch wenn dies für Sachsen noch Zukunftsmusik sei, "es ist die Richtung, in die wir gehen wollen", betonte er.

Die Nutzung von Biogas hat laut Tillich mehrere Vorteile. Sie sei Einkommensquelle, Wirtschaftsmotor, Alternative zu teurem Heizöl und äußerst klimafreundlich. Mit der Gülle von vier Kühen oder 32 Schweinen könne genügend Biogas erzeugt werden, um einen Vier-Personen-Haushalt mit Strom zu versorgen.

In Sachsen wird der Bau von Biogasanlagen seit 2001 gefördert. Bis Ende 2005 wurden den Angaben zufolge Zuschüsse in Höhe von 11,6 Millionen Euro ausgezahlt.