Diskussion

Bioenergie: Ist der Flächenbedarf ausreichend?

Neue Perspektiven für die Landwirtschaft: Neben der Nahrungsmittelproduktion sollen die Anbauflächen auch für den Erzeugung von Rohstoffen für die Produktion von Bioenergie dienen. Experten diskutieren inzwischen, ob die nutzbaren Flächen für den prognostizierten Bedarf überhaupt zur Verfügung stehen.

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Garbsen (red) - In der Februar-Ausgabe des Technologiemagazins "Technology Review" befürchtet Folkhard Isermeyer von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig, dass die Flächen auf dem Globus bei einer Forcierung der Bioenergie "sehr knapp" werden. er fordert stattdessen eine größere Förderung der Technologieentwicklung und einen "Bioenergie-Businessplan" aus.

Dem widerspricht Bernd Geisen, Geschäftsführer des Bundesverbands BioEnergie, in der gleichen Zeitschrift. er sieht die Priorität in der Nutzung der zur Zeit brachliegenden Flächen. So werde ein Drittel des jährlich nachwachsenden Holzes zurzeit genauso wenig genutzt wie die biogenen Abfälle in der Kommunal- und Landwirtschaft. In Deutschland werden nach seinen Angaben von den 11,8 Millionen Hektar Ackerfläche gegenwärtig 1,5 Millionen Hektar für nachwachsende Rohstoffe verwendet. Geisen geht davon aus, dass das bis 2030 auf 4,4 Millionen Hektar ausgedehnt werden kann. Auch biete die EU-Erweiterung hier große Möglichkeiten. Durch eine Produktivitätssteigerung bei den osteuropäischen Landwirten könnten in der EU mittelfristig bis zu 50 Millionen Hektar für Energiepflanzen zur Verfügung stehen.

Die Februar-Ausgabe von "Technology Review" ist ab Donnerstag am Kiosk erhältlich oder kann beim Heise-Verlag bestellt werden.

Inzwischen fordert der NABU ökologische Mindestkriterien beim Anbau von nachwachsenden Rohstoffen gefordert und dazu ein Positionspapier veröffentlicht. "Eine Strategie zum Ausbau erneuerbarer Energien darf nicht auf Kosten einer Ökologisierung der Landwirtschaft erfolgen. Sie muss im Einklang damit umgesetzt werden", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Boom bei Biogasanlagen zeige, dass Korrekturen dringend erforderlich seien. Der Trend gehe hier zur Umwandlung von Grünland- und Stilllegungsflächen in Maisäcker. Der Anbau in Monokulturen führe aber zu einer erhöhten Bodenerosion und Grundwasserbelastung sowie zu einem massiven Verlust wertvoller Lebensräume.

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