Schwierige Situation der Branche

Biodieselverkauf 2006 niedriger als im Vorjahr

Die Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel (AGQM) hat die aktuellen Daten zum Verkauf von Biodiesel an öffentlichen Tankstellen bekannt gegeben. Danach ist die an Tankstellen im Jahr 2006 abgesetzte Menge an Biodiesel gegenüber dem Vorjahr um 44.000 Tonnen auf 476.000 Tonnen zurückgegangen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Arbeitsgemeinschaft führt dies vor allem auf die Auswirkungen der seit August 2006 bestehenden Teilbesteuerung zurückgeführt.

Trotz der insgesamt kritischen Situation konnten die Tankstellen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen den Biodiesel-Absatz gegenüber dem Vorjahr auf 183 Mio. Liter (161.552 Tonnen) bzw. 132 Mio. Liter (116.230 Tonnen) steigern. Dagegen hat es in fast allen anderen Bundesländern teilweise erhebliche Umsatzeinbrüche gegeben. Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen weisen eine Biodieseltankstellenstruktur auf, die sehr stark durch die Betankung von Nutzfahrzeugen geprägt ist. An diesen Stationen war der Umsatzeinbruch in den letzten vier Monaten des Jahres mit 15 Prozent nicht so stark wie bei den eher durch PKW frequentierten Tankstellen, die 47 Prozent Ihres Biodieselabsatzes verloren haben. An den LKW-Stationen hat der sehr gute Verlauf des ersten Halbjahres die späteren schlechten Ergebnisse mehr als kompensiert.

Die statistischen Ergebnisse zeigen nach Ansicht der AGQM noch eine weitere Gefahr auf: Biodieseltankstellen in Nordrhein-Westfalen weisen einen durchschnittlichen Umschlag von über 500.000 Liter pro Jahr auf, während z. B. in Sachsen nur 57.000 Liter pro Jahr erreicht wurden. Aufgrund wirtschaftlicher Gegebenheiten sei zu erwarten, dass Tankstellen mit sehr niedrigen Umschlagsmengen den Biodiesel-Verkauf einstellen werden, so dass die bisher gute flächendeckende Versorgung mit Biodiesel akut gefährdet ist. Dies senke zusätzlich die Attraktivität des Kraftstoffs Biodiesel für den Anwender und werde zu weiteren Absatzrückgängen führen, so die Studie.

Die Auswirkungen der politisch initiierten Veränderungen sind laut AGQM nach vier Monaten Teilbesteuerung gravierend und zeigten, dass die Verringerung des Absatzes von Biodiesel als Reinkraftstoff in Zukunft nicht durch den Beimischungsmarkt kompensiert werden kann. Deutschland sei dabei, die weltweite Vorreiterrolle bei Biokraftstoffen in kürzester Zeit zu verspielen. Die Arbeitsgemeinschaft unterstützt daher die Forderung, für alle Biokraftstoffe auf der Basis von Marktdaten eine periodische Über- und Unterkompensationsprüfung durchzuführen und anhand dieser Daten die Steuersätze angemessen anzupassen. Die AGQM sieht die Politik in der Verantwortung, die getroffenen Steuerentscheidungen noch einmal zu überprüfen und eine zukunftsfähige Lösung mit Augenmaß zu finden.

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