Vorsicht Falle

Billigangebote: dena warnt vor falschen Energieausweisen

Kein Vor-Ort-Termin, kein großer Aufwand, allerdings oft auch kein gültiger Energieausweis. Der Energieausweis zum Dumpingpreis erweist sich oft als eine Mogelpackung, informiert die dena und warnt, dass die Vorlage eines nicht vollständigen Ausweises mit Bußgeldern von bis zu 15.000 Euro geahndet werden könne.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Einzelne Firmen werben mit Dumpingpreisen für Energieausweise. Die Eigentümer müssen lediglich einen Internet-Fragebogen über den Energieverbrauch der letzen drei Jahre ausfüllen und wenig später liegt der fertige "Energieausweis" in ihrem Briefkasten. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) warnt vor solchen Angeboten, da es sich dabei nicht um ein gültiges Dokument handelt.

"Es werden Energieausweise angeboten, die nicht den gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung entsprechen und deshalb ungültig sind", so dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. "Der Eigentümer sollte die Qualität und die Gültigkeit des angebotenen Energieausweises vor der Beauftragung prüfen."

Wie sieht ein richtiger Energieausweis aus?

Einige Kriterien helfen dabei, die Angebote zu beurteilen. So müssen dem Energieausweis individuelle Modernisierungsempfehlungen beigefügt werden - egal, ob er auf gemessenen Verbrauchswerten oder dem rechnerischen Energiebedarf beruht. Dazu sollte der Aussteller die vorhandene Heiztechnik und die Qualität von Wänden und Fenstern vor Ort prüfen. Fehlen die Sanierungstipps, ist der Energieausweis ungültig. Eine Vereinbarung zwischen Eigentümer und Aussteller zum Ausschluss der Empfehlungen ist nicht zulässig.

Die Gebäudemaße und der Energieverbrauch dürfen vom Eigentümer zwar selbst erhoben und an den Energieausweis-Aussteller übermittelt werden. Allerdings ist dieser gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob diese Angaben plausibel sind. Bei der Übermittlung der Daten über ein Internetformular kann diese Prüfung ohne Rücksprache kaum gewährleistet werden. Die Gefahr, dass fehlerhafte Daten zu Grunde gelegt werden, ist in diesem Fall sehr hoch. Der Aussteller sollte den Eigentümer zumindest telefonisch kontaktieren und sich der Richtigkeit der Daten versichern, so die dena.

Die dena empfiehlt grundsätzlich eine Vor-Ort-Begehung durch den Aussteller vor der Erstellung des Energieausweises. Auf diese Weise können die Gebäudedaten und der bauliche Zustand des Gebäudes angemessen erfasst und die Modernisierungsempfehlungen präzise ermittelt werden. Je ausführlicher die Sanierungstipps und gründlicher die Datenerfassung, desto besser die Qualität und die Aussagekraft des Energieausweises.

Ab dem 1. Juli 2008 wird die Vorlage von Energieausweisen bei Verkauf und Neuvermietung schrittweise für verschiedene Gebäudetypen verbindlich eingeführt.

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