Bilanzkonferenz von KWR und KWL: Ergebnisse zufriedenstellend

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Die Laufenburger EnergieDienst GmbH ließ das vergangene Geschäftsjahr (1999/2000) kürzlich auf einer Bilanzkonferenz Revue passieren. Dr. Gerhard Haury, Vorstand Technik und Vertrieb, beschreibt eine der offensichtlichsten Wirkungen: "Die Liberalisierung der Strommärkte in Deutschland und einigen seiner Nachbarstaaten hat auch im Geschäftsjahr 1999/2000 starken Einfluss auf den Verlauf unserer Kerngeschäfte genommen. Zwar ist der Strommarkt in Deutschland noch keineswegs erwachsen, es gibt noch immer pubertäre Erscheinungen, aber es setzen sich doch langsam die Kräfte der Vernunft durch und Spielregeln werden nicht nur entwickelt sondern sie werden weitgehend befolgt. Wir können heute feststellen, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben. Wir haben den kommenden Markt immer als Herausforderung und nicht als Bedrohung angesehen und wir bewegen uns - gemessen an der Unternehmensgröße - sehr sicher auf fast allen Feldern des Marktes."


Er zeigte sich erfreut, dass die Produktion in den eigenen und teileigenen Wasserkraftwerken den höchsten jemals gemessenen Wert erreicht haben. Verantwortlich dafür sei die extrem gute Wasserführung des Rheins und die hervorragende Anlagenverfügbarkeit gewesen. Bei der Beschaffung des Zusatzbedarfes und der Bewirtschaftung zeitweiliger Überschüsse geht die EnergieDienst außer auf den bewährten Pfaden mittelfristiger Lieferverträge auch völlig neue, zeitgemäße Wege. Dazu gehört der Handel an der Strombörse und der Einsatz von Brokern. Haury sagte auch, dass der Sturm Lothar vom 26.12.1999 tiefe Spuren im Bereich der Stromverteilung, im Betrieb der Netze, hinterlassen hätten. Die Beseitigung aller Schäden konnte erst vor wenigen Wochen abgeschlossen werden. Die Schadenshöhe, die nur im Bereich von Gebäuden und Fahrzeugen, nicht jedoch bei den Leitungen versichert ist, beläuft sich beim Kraftwerk Laufenburg (KWL) und beim Kraftwerke Rheinfelden (KWR) auf je etwa 1,6 Millionen DM.


Haurys Vertriebsbilanz: "Im Vertrieb Großkunden und Weiterverteiler konnten wir den Stromabsatz behaupten bzw. steigern. Die Abwanderung von Kunden zu anderen Lieferanten war erfreulich gering und erfolgte vor allem dort, wo Standorte in unserem Netzgebiet von einer Konzernzentrale bewirtschaftet werden. In der Regel erreichen diese Konzerne bei großen EVU für ihren Gesamtbedarf günstigere Konditionen, als wir sie zu bieten bereit sind. Der Kampf um diese Kundengruppen hat allerdings tiefe Spuren bei den Preisen hinterlassen. Im Vertrieb Privatkunden hat sich unser Konzept der NaturEnergie Silber, also reine, zertifizierte Wasserkraft, voll durchgesetzt. Wir sind bundesweit der kundenstärkste Ökostromanbieter. Unsere bisherige Kampagne diente primär dem Markenaufbau und der Image- und Sympathiewerbung. Nachdem der Zugang zu Haushaltskunden in fremden Netzen nun endlich halbwegs funktioniert, werben wir seit einigen Tagen mit einer neuen Kampagne konkreter um Vertragsabschlüsse mit neuen Kunden im ganzen Bundesgebiet." Und über die Zukunft: "Für die neue Variante unseres Großprojektes Neurheinfelden ist die Offenlegung der Genehmigungsunterlagen abgeschlossen. Es sind insgesamt 13 Einsprachen, davon 12 von schweizerischen Institutionen bzw. Personen, eingelegt worden. Trotz intensivem Beizug der Fischereiverbände, Naturschutzverbände und sonstiger Umweltgruppen haben diese Einsprüche in das laufende Verfahren eingelegt, die von den sachlichen Inhalten zwar keine neuen Positionen enthalten, die aber ebenfalls, wie die Schweizer Stadt Rheinfelden, das Verfahren der Konzessionsanpassung in Frage stellen und die darüber hinaus die Verkürzung der Konzessionsdauer, die Errichtung eines Umweltfonds sowie die Sicherstellung der Rückbaumittel und weitere massive materielle Forderungen aufstellen. Zum heutigen Zeitpunkt können wir noch keine Bewertung über die Folgen dieser Einsprüche abgeben, hoffen aber, den Zeitplan einhalten zu können."


Die Geschäftsleitung des Kraftwerks Laufenburg (KWL) sieht im abgelaufenen Geschäftsjahr eine insgesamt befriedigende wirtschaftliche Entwicklung. Martin Steiger, zuständiges Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Finanzen, bezeichnet KWL als gesundes und ertragsstarkes Unternehmen auch im dritten Jahr des offenen Strommarktes in Deutschland. Die Stromabgabe an endverbrauchende und weiterverteilende Kunden im KWL-Stammgebiet konnte um 4,3 Prozent auf 2022 Millionen Kilowattstunden (kWh) gesteigert werden. Der Gesamtstromabsatz ging jedoch auf 2336 Millionen kWh (Vorjahr 2497 Millionen kWh zurück. Das resultiert aus geringeren Verkäufen an die Verbundgesellschaften. Der Nettoumsatz betrug 200,4 Millionen CHF (Vorjahr 260,7 Millionen CHF). Das Betriebsergebnis vor Wertbeeinträchtigungen, Zinsen und Steuern lag bei 43,0 Millionen CHF (Vorjahr 65,1 Millionen CHF) und somit über dem Branchentrend. Aufgrund des zufriedenstellenden Ergebnisses im Geschäftsjahr 1999/2000 wird der Verwaltungsrat des Kraftwerks Laufenburg auf der Generalversammlung am 30. März 2001 in Laufenburg die Ausschüttung einer unveränderten Dividendevon von acht CHF pro Aktie zum Nennwert von 50 CHF beantragen.


Der Vorstand der Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG (KWR) sieht im abgelaufenen Geschäftsjahr eine insgesamt befriedigende wirtschaftliche Entwicklung. Die Stromabgabe an endverbrauchende und weiterverteilende Kunden im KWR-Stammgebiet konnte um 2,5 Prozent auf 1146 Millionen Kilowattstunden gesteigert werden. Der Gesamtstromabsatz ging jedoch auf 1489 Millionen kWh (Vorjahr 1602 Millionen kWh) zurück. Das resultiert aus geringeren Verkäufen an die Verbundgesellschaften. Der Nettoumsatz betrug 195,9 Millionen DM (Vorjahr 257,8 Millionen DM). Das Betriebsergebnis vor Wertbeeinträchtigungen, Zinsen und Steuern lag bei 41,6 Millionen DM (Vorjahr 62,0 Millionen DM) und somit über dem Branchentrend. Das Finanzergebnis wurde in diesem Jahr wesentlich durch den Verkauf der Aktien der BHF-Bank beeinflusst. Aufgrund des zufriedenstellenden Ergebnisses im Geschäftsjahr 1999/2000 und der außerordentlichen Einflüsse durch den Verkauf der BHF-Bank-Beteiligungen wird der KWR-Hauptversammlung am 30. März 2001 in Rheinfelden vorgeschlagen, den Bilanzgewinn von 54,6 Millionen DM zur Ausschüttung einer Dividende von zehn DM plus zwei DM Bonus auf je 50 DM des gezeichneten Kapitals von 96,15 Millionen DEM zu verwenden und 31,5 Millionen DM auf neue Rechnung vorzutragen.