Bilanzkonferenz der VEBA: Strompreis-Talsohle ist erreicht

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"Wir befinden uns in einer außerordentlich spannenden Phase unserer Unternehmensgeschichte", erklärte Ulrich Hartmann, Vorstandsvorsitzender der VEBA AG, heute anlässlich der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens in Düsseldorf. 1999 sei angesichts der strategischen Weichenstellungen eines der wichtigsten Jahre für VEBA gewesen.


Und auch eines der Erfolgreichsten: Das Betriebsergebnis ist um 16,9 Prozent auf 2,3 Milliarden EURO gestiegen. Dabei hätten konsolidierungsbedingte Ergebnisbeiträge der Chemie, operative Verbesserungen bei Stinnes, VEBA Electronics und Viterra sowie hohe Entlastungen bei der Telekommunikation die deutlichen Rückgänge bei Strom und Öl mehr als kompensiert. Finanzvorstand Hans Michael Gau: "Der VEBA-Konzern ist in einer guten finanziellen Verfassung. Wir sind gut vorbereitet für die Fusion mit VIAG."


Nachdem wesentliche Meilensteine des Fusionsprozesses erreicht seien, stehe jetzt im wesentlichen noch die kartellrechtliche Genehmigung aus. "Mit der Europäischen Kommission stehen wir in konstruktiven Gesprächen", erklärte Hartmann. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die EU-Kommission die deutsche Verbändevereinbarung als Übergangslösung bis zu einer europäischen Regelung für die Stromdurchleitung akzeptieren werde. Bei den Entflechtungsfragen gehe es um die Beteiligungen an VEAG, BEWAG, HEW und VEW. Damit sei der Rahmen, der im Kartellverfahren zur Entscheidung steht, abgesteckt. Hartmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Kernelemente der Fusion genehmigt und die ermittelten Synergiepotenziale nicht durch etwaige kartellrechtliche Auflagen beeinträchtigt werden.


Nach den heftigen Turbulenzen am Strommarkt zeichne sich inzwischen eine gewisse Marktberuhigung ab. Hartmann: "Ich habe das Gefühl, bei den Strompreisen ist die Talsohle erreich." Bis laufende Verträge abgelöst sind, würden die durchschnittlichen Strompreise noch einige Zeit sinken. VEBA gehe aber davon aus, die damit im Jahr 2000 verbundenen Belastungen des Stromergebnisses durch deutlich verbesserte Betriebsergebnisse aller anderen Teilkonzerne mehr als ausgleichen zu können. "Daher erwarten wir für die VEBA-Aktivitäten insgesamt, im Jahr 2000 das Rekord-Betriebsergebnis von 1999 zu übertreffen", sagte Hartmann.