Bilanz der Bewag: "Stabiles Ergebnis trotz schwieriger Rahmenbedingungen" - Tochter "best energy" hat 25.000 Kunden

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Die Bewag Aktiengesellschaft blickt eigenen Angaben zufolge "auf ein insgesamt zufriedenstellendes Geschäftsjahr" 1999/2000 zurück: Das Ergebnis des Unternehmens habe im Zeitraum vom 1. Juli 1999 bis 30. Juni 2000 trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil gehalten werden können. Allerdings muss auch die Bewag Umsatzerlöse verkraften - die Umsatzerlöse verringerten sich um 11,4 Prozent. Auf Grund deutlicher Kostenreduzierungen und außerplanmäßiger Sonderabschreibungen hat die Bewag jedoch einen Jahresüberschuss von 251 Millionen Mark erwirtschaften könne. Im vergangenen Jahr waren es noch 297 Millionen.



Beim Kostenmanagement habe die Bewag "messbare Fortschritte" erzielen können, wie Vorstandschef Dietmar Winje sagte. Die Struktur des Unternehmens sei in den zurückliegenden Monaten auf die Anforderungen eines liberalisierten Strommarktes zugeschnitten worden. Dazu gehört auch, dass die Zahl der Beschäftigten bei der Bewag im vergangenen Geschäftsjahr von 8633 um 2248 auf 6385 zurückgegangen ist. Gleich zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres, am 1. Juli dieses Jahres, hätten weitere 600 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Bis Ende 2002 soll die Beschäftigtenzahl im Kerngeschäft auf etwa 3300 reduziert werden. Die Personalreduzierungen sollen sozialverträglich durchgeführt werden, so Winje.



Gleichwohl der Marktdruck "spürbar stärker" geworden sei, erlaube der Geschäftsverlauf 1999/2000 eine angemessene Beteiligung der Aktionäre, fuhr Winje fort. Vorstand und Aufsichtsrat der Bewag schlagen der Hauptversammlung daher vor, den Bilanzgewinn von 251 Millionen Mark zur Ausschüttung einer leicht erhöhten Dividende von 1,12 Mark je Stückaktie auf das voll gewinnberechtigte Grundkapital von 1,139 Milliarden DM zu verwenden. Damit würde die Dividende zum siebenten Mal in Folge erhöht.



Die Bewag habe das abgelaufene Geschäftsjahr intensiv genutzt, um jeden einzelnen Bereich des Unternehmens "noch konsequenter" an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Hierzu gehöre neben einer flexibel gestalteten Unternehmensstruktur sowie marktgerechten Produkten und Dienstleistungen eine attraktive Preispolitik. Zahlreiche Großkundengewinne bundesweit und stabile Kundenzahlen in Berlin würden dabei den Erfolg des Unternehmens belegen. "Äußerst beachtlich" habe sich auch der Bewag-Stromhandel entwickelt. Der Absatz im europäischen Markt habe 1200 Gigawattstunden betragen. Im Kernmarkt Berlin gehörten rund 97 Prozent der Haushalte nach wie vor zur Bewag; der Zahl von rund 1,9 Millionen Privatkunden stünden bis dato etwa 60.000 Kündigungen gegenüber. Langfristig will die Bewag im Berliner Markt "mindestens 80 Prozent" Marktanteil halten und in Deutschland mindestens fünf Prozent Marktanteil erreichen. Die gemeinsam mit der MobilCom aus der Taufe gehobene Marke "best energy" habe bislang 25.000 Kunden angezogen. In den nächsten zwei Jahren soll die Kundenzahl auf 450.000 anwachsen.



Um die Konsolidierung der Unternehmenszahlen fortsetzen zu können, hatte der Bewag-Vorstand im März dieses Jahres ein Kostensenkungsprogramm in Höhe von 300 Millionen Mark pro Jahr aufgelegt. Durch dieses zusätzliche Programm sollen mit den bereits laufenden Maßnahmen im Geschäftsjahr 2002/2003 Einsparungen von jährlich insgesamt rund 1,3 Milliarden Mark erreicht werden.



Von Bedeutung für die Zukunft ist freilich auch, ob es der Bewag gelingt, Veag, Laubag und Envia zu übernehmen. "Es ist unsere letzte Chance, in vernünftige Dimensionen hineinzuwachsen", wird Winje vom Berliner Kurier zitiert.