Steigerung des betrieblichen Ergebnisses

Bilanz 2002: Weniger Gewinn für RWE

Energiegigant RWE hat im vergangenen Jahr zwar sein Betriebsergebnis um mindestens zwölf Prozent gesteigert, durch zahlreiche Firmenübernahmen, Abschreibungen und Finanzierungskosten ging der Gewinn jedoch um nahezu 22 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zurück. Das geht aus den heute veröffentlichten Geschäftszahlen hervor.

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Der Energiekonzern RWE hat heute die Geschäftszahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt. Zwar liegt der Jahresüberschuss mit 1,05 Milliarden Euro nahezu 22 Prozent unter dem Vorjahreswert, das betriebliche Ergebnis jedoch konnte um mindestens zwölf Prozent gesteigert werden und liegt damit deutlich über vier Milliarden Euro.

Der hohe Zuwachs stamme aus dem Kerngeschäft, dessen betriebliches Ergebnis um mindestens 30 Prozent zulegte, teilte RWE weiter mit. Ausschlaggebend seien zum einen die Einbeziehung des britischen Energieversorgers Innogy und der tschechischen Gasaktivitäten, zum anderen der anhaltende Aufwärtstrend im deutschen Stromgeschäft gewesen.

Das Geschäftsfeld Strom trug über die Hälfte zum betrieblichen Konzernergebnis bei. Die Zuwachsrate belief sich auf mehr als 45 Prozent. Auch ohne Berücksichtigung von Innogy hätte das Ergebnisplus mindestens 25 Prozent betragen. Basis dafür seien gestiegene Wholesale-Preise, die erfolgreiche Fortsetzung des Kostensenkungsprogramms sowie eine margenorientierte Vertriebspolitik gewesen. Ohne den konjunkturbedingten Ertragsrückgang beim US-Steinkohle- und Gasproduzenten CONSOL hätte das Stromergebnis noch deutlich stärker zugelegt.

Beim Nettoergebnis seien erhebliche Belastungen zu verkraften gewesen, begründete RWE. Hier schlagen sich sowohl die planmäßigen Goodwill-Abschreibungen und die Finanzierungskosten der Akquisitionen nieder, als auch die schwache Performance des Nicht-Kerngeschäfts. Hinzu kämen umfangreiche Sonderbelastungen, etwa Restrukturierungs-Rückstellungen angesichts der operativen Verschlechterungen im Geschäftsfeld Umweltdienstleistungen und bei Heidelberger Druckmaschinen, die marktbedingte Abwertung der RWE-Beteiligung an HOCHTIEF sowie ein reduziertes Wertpapierergebnis.

Das Umsatzplus im Kerngeschäft von 27 Prozent sei vor allem auf die Einbeziehung von Innogy und der tschechischen Gasaktivitäten zurückzuführen. Der Konzernumsatz lag um fast sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Der erhebliche Umsatzrückgang im Nichtkerngeschäft konnte somit nicht vollständig kompensiert werden.