"Pannen-Reaktor"

Biblis: Conrad kritisert Dietzel

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) kritisiert ihren hessischen Amtskollegen Wilhelm Dietzel (CDU) wegen dessen Zustimmung zu einer Laufzeitverlängerung für den Atomreaktor Biblis A. Sie äußerte vor allem Sicherheitsbedenken.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz/Wiesbaden (ddp-hes/sm) - "Dass ausgerechnet ein Umweltminister einen solchen Antrag unterstützt, durch den die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung in Hessen und darüber hinaus eklatant berührt sind, ist nicht nachvollziehbar", sagte Conrad am Donnerstag in Mainz.

Biblis führe als ältester noch laufender deutscher Reaktor die "Hitliste der meldepflichtigen Ereignisse" an, sagte die Ministerin. Zudem fehle eine Absicherung des Reaktors gegen Flugzeugabstürze ebenso wie eine externe Notstandswarte in einem Bunker. Conrad fügte hinzu, die im Atomkonsens vorgesehene Übertragung von Reststrommengen von einem Reaktor auf einen anderen habe eigentlich die Risikominimierung zum Ziel gehabt. Der "Pannen-Reaktor Biblis" hingegen bedeute ein Sicherheitsrisiko und müsse deshalb abgeschaltet werden.

Dietzel hatte zuvor gesagt, der zu Wochenbeginn von RWE gestellte Antrag auf eine Laufzeitverlängerung für Biblis A verdiene eine "faire Chance". Biblis dürfe "nicht einfach abgeschaltet werden", schließlich produziere das Kraftwerk rechnerisch 60 Prozent des hessischen Stroms. Der Minister bekräftigte, Biblis sei sicher. Den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie halte er für falsch.