Wegen fehlerhafter Dübel

Biblis: Bürgerinitiativen stellen Strafanzeige

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat Strafanzeige wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Bau- und das Atomrecht in den Atommeilern Biblis A und B gestellt. Währenddessen wehrt sich der Kreis Bergstraße gegen die geplante Stillegung von Biblis A.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn/Heppenheim (red) - Der BBU bezieht sich mit seiner Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt auf die falsch montierten Dübel. Sie richtet sich gegen "die für die festgestellten Sicherheitsmängel Verantwortlichen, wie z.B. Firmen, Behörden, Gutachter etc.", so der Verband. Die jüngst bekannt gewordenen Untersuchungen hätten belegt, dass die Halterungen zum Teil defekt waren oder unvorschriftsmäßig zum Einbau kamen und somit im Falle eines Rohrbruchs bzw. Erdbebens als Sicherheitsvorsorge gegen eine Reaktor-Katastrophe nicht zur Verfügung gestanden hätten bzw. stehen.

Der BBU verlangt daher eine strafrechtliche Untersuchung aller Ursachen und Konsequenzen zum "Versagen aller Kontrollen" durch die Bau und Aufsichtsbehörden.

Der Landrat des Kreises Bergstraße, in dem das Atomkraftwerk biblis liegt, Matthias Wilkes teilte inzwischen mit, er habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) in einem Brief gebeten, den von der Vorgängerregierung erzielten Atomkonsens zu revidieren, zumindest aber dem Antrag des Kraftwerkbetreibers RWE auf eine Laufzeitverlängerung stattzugeben. Wilkes begründete seine Haltung damit, dass bei einer Abschaltung des Atomkraftwerks Hunderte Arbeitsplätze in der Region verloren gingen.

Beide Blöcke des Atomkraftwerkes Biblis sind derzeit abgeschaltet. In Block A waren während einer planmäßigen Revision falsch montierte Dübel festgestellt worden. Mitte Oktober wurde auch Block B zur Überprüfung dieser Bauteile abgeschaltet. Nach Angaben des Betreibers RWE wird die Sanierung mehrere Monate beanspruchen. Im hessischen Landtag gab es zu dem Fall eine aktuelle Stunde.

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