Grünes Licht aus BMU

Biblis A kann wieder angeschaltet werden

Das Umweltministerium hat die Wiederinbetriebnahme des RWE-Kraftwerks Biblis A nach neun Monaten sicherheitsbedingten Anlagenstillstands genehmigt. Nach Abschluss notwendiger Sicherheitsnachrüstungen sei der Weg frei, teilte das Ministerium kürzlich mit. Allerdings wirft die Trittin-Behörde RWE weiterhin vor, zu spät auf erkannte Sicherheitsdefizite reagiert zu haben.

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Aus diesem Grund hat die Bundesaufsicht eine neue, verbindliche Regelung erlassen. Demnach muss der Betreiber künftig bei Zweifeln an der von der Genehmigung geforderten Störfallsicherheit von sich aus den Anlagenbetrieb einstellen und der Atomaufsicht ein Programm zur Beseitigung der Defizite vorlegen.

Das Kernkraftwerk Biblis A wurde im April 2003 nach einer Abschaltung nicht wieder in Betrieb genommen, weil erkannt wurde, dass die Siebflächen im Notkühlsystem zu klein waren. Dadurch hätte im Falle eines Störfalls das Risiko einer Verstopfung dieses Siebes mit freigesetztem Isoliermaterial bestanden. Darüber hinaus war das Sieb auch kleiner als die Genehmigung es vorschrieb.

Ebenso ergaben die durch die Bundesaufsicht veranlassten Prüfungen, dass ein Teil der Betoneinbauten im Sicherheitsbehälter ("Sumpfdecke") nicht die von der Genehmigung vorgeschriebene Stärke aufwies. Zur Erfüllung der sicherheitstechnischen Anforderungen der Atomaufsicht wurde das Sieb vergrößert, die Sumpfdecke verstärkt.