Genehmigung erteilt

Biblis A geht nach eineinhalb Jahren Pause wieder ans Netz

Nach anderthalb Jahren Stillstand ist der umstrittene Atomreaktor Biblis A wieder angefahren worden. Wie ein RWE-Sprecher am Samstag sagte, erteilte das hessische Umweltministerium dafür am Freitagabend die Genehmigung. Bis die Anlage wieder volle Leistung bringt, werden aber noch einige Tage verstreichen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Biblis (ddp/sm) - Die beiden Biblis-Blöcke A und B waren im Herbst 2006 vom Netz genommen worden. Grund waren falsch montierte Spezialdübel in der Anlage - ein Missstand, der erst bei einer Revision entdeckt worden war. In den vergangenen anderthalb Jahren wurden insgesamt 15.000 Dübel saniert. Biblis B ging Anfang Dezember 2007 wieder in Betrieb. Nun produziert das gesamte Atomkraftwerk wieder Strom.

Der monatelange Stillstand der beiden Blöcke kostete RWE nach eigenen Angaben 1,1 Milliarden Euro. Der Konzern erwartet aber, dass die Reaktoren das Gros der aufgelaufenen Strombeschaffungskosten wieder einspielen können, da sich die Laufzeit der beiden Atommeiler um den Stillstandszeitraum verlängert.

Biblis A und B wurden 1974 und 1976 in Betrieb genommen und gehören damit zu den ältesten noch genutzten Atomreaktoren in Deutschland. Atomkraftgegner kritisieren seit langem, dass Biblis gravierende Sicherheitsmängel aufweise. Dies gelte vor allem für Block A. RWE hält das Kraftwerk hingegen für sicher.

Tatsächlich gerieten die beiden Kraftwerksblöcke durch Pannen und Mängel immer wieder in die Negativ-Schlagzeilen. Wegen Reparaturen stand Block A schon in früheren Jahren längere Zeit still, so von 2003 bis 2004. Grund war ein zufällig entdeckter Mangel: Wichtige Teile des Notkühlsystems - die sogenannten Sumpfsiebe - waren zu klein. Seit 1974 hatte dies niemand bemerkt.