EU-Pläne

BGW und VDEW: Unbundling schafft nicht mehr Wettbewerb

Die Verbände BGW und VDEW halten die Pläne der EU-Kommission zur Entflechtung der Energieunternehmen für ungeeignet, um mehr Wettbewerb zu schaffen. Vor neuen massiven Eingriffen in den Energiemarkt müssten erst einmal "bereits beschlossene Maßnahmen ihre Wirkung entfalten".

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Wettbewerb auf den Energiemärkten in Deutschland habe sich spürbar intensiviert und werde weiter zunehmen. So haben laut Bundesnetzagentur im ersten Halbjahr 2007 rund 50.000 Kunden ihren Gaslieferanten gewechselt; auf dem Strommarkt hat nahezu die Hälfte der Haushaltskunden einen neuen Tarif oder Anbieter gewählt, erklärten der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) Michael Feist und der Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) Werner Brinker zur Eröffnung der Energiewirtschaftlichen Herbsttagung heute in Berlin.

Der Entzug der Eigentumsrechte an den Netzen wäre eine Enteignung der Unternehmen, die nur unter engen Voraussetzungen und bei klaren Vorteilen zugunsten des Allgemeinwohls möglich sei, so die Verbandspräsidenten. Zudem bestehe dadurch die Gefahr, dass künftig nicht mehr genügend in die Netze investiert werde, was die Versorgungssicherheit beeinträchtigen könnte.

Des Weiteren kritisieren die BGW- und VDEW-Präsidenten, dass Brüssel keine Erkenntnisse aus anderen Ländern vorweisen könne, die "mehr Wettbewerb, mehr Investitionen in die Netze oder sogar sinkende Preise" durch die Entflechtung belegen. Durch das Unbundling würde darüber hinaus das Ziel eines gemeinsamen europäischen Energiebinnenmarktes erschwert, da auch ein eigentumsrechtlich entflochtener Netzbetreiber werde nur in seinem nationalen Netzgebieten investieren würde.