Untersuchung

BfS: Löserfall im ehemaligen Endlager Morsleben

Am vergangenen Freitag war im atomaren Endlager Morsleben ein etwa 2500 Tonnen schwerer Salzbrocken nach einer Auslösung der Warnschießanlage herunter gefallen. BfS-Präsident König forderte deshalb erneut eine vorgezogene Verfüllung der Holhräume.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

"Nach erster Bewertung des Löserfalls bestätigt sich meine Forderung nach einer vorgezogenen Verfüllung von Hohlräumen im Zentralteil des Endlagers Morsleben", kommentierte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, die aktuellen Vorfälle im atomaren Endlager. Außerhalb der Einlagerungskammern für radioaktiven Müll war am vergangenen Freitag auf der zweiten Sohle des Bergwerks ein etwa 2000 bis 2500 Tonnen schwerer Salzbrocken nach einer geplanten Auslösung der Warnschießanlage heruntergefallen.

Derzeit finden weitere Untersuchungen vor Ort durch das BfS statt. Mit Lasermessungen an dem entstandenen Hohlraum wird die genaue Abmessung des Lösers und die verbliebene Dicke der Decke (Schwebe) ermittelt. Bereits im Frühjahr durchgeführte Radarmessungen werden erneut ausgewertet. Die bisherigen Ergebnisse für den Zentralteil zeigen zudem, dass das Grubengebäude zwar standsicher ist, jedoch eine frühestmögliche Stabilisierung des Zentralteils geboten ist. Die vom BfS geplanten Maßnahmen werden auch vom Bergamt Staßfurt aus bergsicherheitlichen Gründen gefordert.

Nach dem Ende der Untersuchung des Vorfalls bleibt der vom Löserfall betroffene Abbau auch weiterhin gesperrt. Die Sperrung war vom BfS bereits im Mai dieses Jahres angeordnet worden, nachdem laufende geomechanische Untersuchungen gezeigt hatten, dass die Stabilität der Decke in dem betroffenen Hohlraum nicht mehr gegeben war. Für weitere vier benachbarte Hohlräume ist ebenfalls ein Betretungsverbot erlassen worden. "Der Vorfall sollte allen Verantwortlichen deutlich machen, dass die vorgezogenen Verfüllmaßnahmen im Zentralteil keinen Aufschub dulden", sagte BfS-Präsident König.