AKW Lingen

BfS genehmigt erstes Zwischenlager

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat am Atomkraftwerk Lingen das erste atomare Zwischenlager genehmigt. Allerdings wurde die Laufzeit auf 40 Jahre befristet und die maximal zulässige Menge an einzulagerndem radioaktivem Material von den zunächst beantragten 1500 auf 1250 Tonnen reduziert. Auch verringerten sich die zulässige Aktivitätsmenge und die Wärmeleistung.

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Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat heute der Betreiberin des Atomkraftwerks Lingen die Genehmigung zum Betrieb eines Zwischenlagers erteilt. In dem Lager sollen die abgebrannten Brennelemente aus dem AKW für maximal 40 Jahre aufbewahrt werden, bevor sie in ein Endlager überführt werden.

Lingen ist damit das erste atomare Zwischenlager, das am Standort eines in Betrieb befindlichen Atomkraftwerks genehmigt wird. Weitere elf Lager, die von den AKW-Betreibern beantragt wurden, befinden sich im Genehmigungsverfahren. Durch die dezentralen Standortlager soll die Zahl der Atommülltransporte drastisch reduziert werden. Innerdeutsche Atomtransporte sollen in absehbarer Zeit ganz überflüssig werden.

"Mit dieser ersten Genehmigung für ein Standort-Zwischenlager wird ein wichtiges Ziel der Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen erreicht. Die Entsorgungslasten zwischen den Bundesländern werden gerechter verteilt und die zentralen Zwischenlagerstandorte Gorleben und Ahaus erheblich entlastet", kommentierte Jürgen Trittin. Der Präsident des BfS, Wolfram König, verwies darauf, sein Amt sei nach umfassender Prüfung und Bewertung der Eignung des Standortes, der Konzeption des Lagers sowie der Maßnahmen gegen mögliche Schäden durch die Aufbewahrung der Kernbrennstoffe zu dem Ergebnis gekommen, dass nach dem Stand von Wissenschaft und Technik Vorsorge getroffen und der Strahlenschutz für Personal und Bevölkerung gewährleistet ist. K

Der BfS-Präsident sagte weiter, sein Amt habe bei der Antragstellerin darauf hingewirkt, den Zwischenlagerbetrieb und die Aufbewahrung der radioaktiven Inventare in den Behältern auf maximal 40 Jahre ab dem Zeitpunkt der Einlagerung des ersten Behälters zu befristen. Ursprünglich war der Betrieb unbefristet beantragt worden. "Außerdem haben wir die maximal zulässige Menge an einzulagerndem radioaktivem Material - wie auch von den Einwendern im Verlauf des Genehmigungsverfahrens gefordert - von den zunächst beantragten 1500 auf 1250 Tonnen reduziert. Auch verringerten sich die zulässige Aktivitätsmenge und die Wärmeleistung", sagte König.

Die Genehmigung für das Standort-Zwischenlager Lingen wird in Kürze in Lingen und beim BfS in Salzgitter zur Einsicht ausgelegt und auf der Internetseite des BfS veröffentlicht. Gegen die Genehmigung können Einwenderinnen und Einwender innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Klage erheben.

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