Atommüll

BfS: Asse-Müll kann derzeit nicht nach Konrad

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, hält eine Umlagerung des Asse-Atommülls in den Schacht Konrad derzeit nicht für realisierbar. Ob eine Rückhholung des Mülls überhaupt möglich ist, soll in den kommenden Monaten geklärt werden.

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Salzgitter (ddp/red) - "Nach heutigem Kenntnisstand erfüllen die Atommüllfässer der Asse die Vorlagen von Schacht Konrad nicht", sagte König am Montag vor dem Rat der Stadt Salzgitter. Das Problem bestehe insbesondere darin, dass die eingelagerten Fässer der Asse weder in der Menge noch in ihrer Art umfangreich dokumentiert seien. König informierte am Montag den Stadtrat Salzgitters über eine mögliche Umlagerung. Begleitet wurde sein Besuch von heftigem Protest vor dem Rathaus.

Rund 100 Gewerkschaftler, Landwirte und Vertreter von Bürgerinitiativen hatten sich dort zu einer "spontanen Volksversammlung" versammelt. Die Demonstranten forderten bei der Frage nach einer Rückholung der Fässer aus der Asse auch eine belastbare Planung dafür, was mit dem Müll passiert. Auch Mitglieder des Stadtrats äußerten Ängste und Zweifel der Bürger.

König machte klar, dass das BfS die Ängste der Bürger ernst nehme. Gleichzeitig betonte er, dass nach der Entscheidung über eine Rückholung nun aber erst einmal Fakten gesammelt werden müssten. In diesem Jahr soll insbesondere der Zustand der Kammern des Atommüllagers Asse analysiert werden, um dann zu wissen, ob eine Rückholung überhaupt möglich ist, sagte er.

Wohin die 126.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktivem Atommüll aus der einsturzgefährdeten Asse letztendlich eingelagert werden, sei noch unklar. Von seiner Behörde sei nie festgesetzt worden, dass der Atommüll der Asse in den Schacht Konrad komme. Bislang gebe es lediglich "politische Absichtserklärung" von anderen Seiten. "Heute kann aber keiner sagen, ob die bestehenden Annahmebedingungen auch erfüllt werden."

Sollte es beabsichtigt werden, Fässer aus der Asse im Schacht Konrad einzulagern, müsse gerade wegen der Mengenbegrenzung ein Änderungsverfahren betrieben werden. Vorrangig sei nun aber die auf zehn Jahre berechnete Standfestigkeit der Asse für die Rückholung der Atommüllfässer zu nutzen.

König war am Montag vom Rat der Stadt Salzgitter eingeladen worden, um die Stadtratsmitglieder über eine mögliche Umlagerung der radioaktiven Abfälle nach Konrad zu informieren. Das BfS hatte sich Mitte Januar für eine Rückholung der rund 126.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktivem Atommüll aus der einsturzgefährdeten Asse ausgesprochen. Planungen zufolge soll ein Großteil der Fässer in den als Atomendlager genehmigten Schacht Konrad in Salzgitter umgelagert werden.

Der Stadtrat und Umweltschützer sind unter anderem aus Sicherheitserwägungen dagegen. Vor der Sondersitzung des Rats hatten die Demonstranten deshalb Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) eine Resolution übergeben, in der sie sich gegen eine Einlagerung des Atommülls aus der Asse im Schacht Konrad aussprachen sowie eine ergebnisoffene Endlagersuche forderten. Klingebiel machte klar, dass er die Resolution "inhaltlich voll" unterstütze.