Endlagerfrage

BfS: Asse-Atommüll kann notfalls in Schacht Konrad

Sollten die Atommüllfässer wieder aus dem Leck gelaufenen Atommüllendlager Asse geborgen werden, könnten diese nach Ansicht des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) im künftigen Endlager Schacht Konrad untergebracht werden. Die Kategorie schwach- und mittelradioaktiver Atommüll sei in beiden Endlagern dieselbe.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzgitter (ddp-nrd/sm) - Dies sagte BfS-Präsident Wolfram König bei einer Besichtigung von Schacht Konrad am Montag. Die Einlagerung von radioaktiven Abfällen in das frühere Eisenerz-Bergwerk bei Salzgitter soll 2013 beginnen.

Die Genehmigung gilt für insgesamt 303.000 Kubikmeter schwach und mittelradioaktive Abfälle, die zu großen Teilen aus Atomkraftwerken stammen. Sollte Atommüll aus dem Endlager Asse hinzukommen, würde das genehmigte Volumen nicht ausreichen, sagte König. Für ein neues Antrags- und Genehmigungsverfahren gebe es aber derzeit keine Pläne. Nach einer eventuellen Bergung müsse der Asse-Atommüll zunächst neu verpackt und für eine eventuelle Endlagerung in Schacht Konrad behandelt werden. Diese Arbeiten würden viele Jahre dauern.

Die Rückholung eines Teils der Fässer sei nur eine von mehreren Möglichkeiten für die Schließung der Asse. Die Bergung aller 126.000 dort eingelagerten Fässer schließe er ohnehin aus, sagte König. Ein wissenschaftlicher Vergleich aller Optionen für eine Schließung solle bis Herbst vorliegen. An der Prüfung möglicher Alternativen ist auch das BfS beteiligt. Der Betreiber der Asse, das Helmholtz Zentrum München, will das Bergwerk mit Spezialbeton verfüllen und die übrigen Hohlräume fluten. Kritiker befürchten für diesen Fall eine radioaktive Verseuchung des Grund- und Trinkwassers.