Ermittlungen

Bezirksregierung untersucht tödlichen Unfall auf Kraftwerksbaustelle

Nach dem erneuten tödlichen Unfall auf der Baustelle des RWE-Braunkohlekraftwerks in Grevenbroich-Neurath hat das Arbeitsschutzdezernat der Bezirksregierung Düsseldorf mit den Ermittlungen zur Unfallursache begonnen. Am Sonntagnachmittag war ein 25-jähriger Leiharbeiter tödlich verletzt worden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Grevenbroich (ddp-nrw/sm) - Nach Angaben der Bezirksregierung besaß der verunglückte Mitarbeiter eine spezielle Erlaubnis für das Bedienen des Hubsteigers auf dieser Baustelle. Dies sei spätestens seit dem ersten tödlichen Unfall mit einem Hubsteiger im September 2007 durch RWE vertraglich vorgeschrieben gewesen. Eine Obduktion soll nun klären, ob der Verunglückte Alkohol getrunken hatte.

Eine Inspektion des Hubsteigers, bei der vor allem die Fahrbefehle überprüft wurden, ergab am Montag keine Beanstandungen. Die Sonntagsarbeit auf der Baustelle war durch die zuständige Aufsichtsbehörde genehmigt.

Auf der gleichen Baustelle war es bereits am 25. Oktober zu einem schweren Unfall gekommen, bei dem drei Arbeiter getötet und fünf weitere schwer verletzt wurden. Damals hatte sich eine sogenannte Seitenwandbandage, ein Teilstück des Großkessels des Kraftwerks, gelöst. Bei dem Unfall wurden mehrere Arbeiter 100 Meter in die Tiefe gerissen. Das Konstrukt aus mehreren Stahlträgern mit einem Gewicht von mehr als 100 Tonnen begrub zudem mehrere Menschen unter sich.

Ende 2009 sollte der erste Block des 2,2 Milliarden Euro teuren Braunkohlekraftwerks in Betrieb gehen. Das Projekt galt als eines der modernsten Kraftwerksbauten des Essener Energiekonzerns.