Bewag-Stromhandel erfolgreich gestartet

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
"Wir wollen nicht die Größten, aber die Besten sein", erläuterte Anders Hedenstedt, Bewag-Vorstand für Erzeugung und Vertrieb, heute die Ziele seines Unternehmens im neuen Geschäftsfeld Stromhandel. Vor Journalisten verwies er auf die wachsende Bedeutung dieses Geschäftsfeldes für die Bewag im liberalisierten Strommarkt.


Aufgaben des Stromhandels der Bewag sind, Strom zu günstigen Preisen für den Vertrieb der Bewag zu beschaffen, die Erzeugungskapazitäten der Bewag-Kraftwerke optimal zu vermarkten und durch Teilnahme am Terminhandel zusätzliche Erlöse zu erwirtschaften. Im neuen Handelsraum, dem so genannten Trading Floor, arbeiten derzeit 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nachdem die Bewag bereits im März 1999 einen ersten, kleineren Handelsraum eingerichtet hatte, wird der Energiehandel seit dem 1. August dieses Jahres als eigenständiges "Profit-Center" geführt. "Mit diesem neuen Tätigkeitsfeld wird die Bewag ihre Kostenstruktur und damit ihre Konkurrenzfähigkeit weiter verbessern. So konnten wir im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 bereits über 4500 Gigawattstunden (GWh) des gesamten Bewag-Stromabsatzes von 14 700 GWh über den Energiehandel beschaffen. Rund 1200 GWh wurden auf dem europäischen Markt abgesetzt. Dies bedeutet eine Steigerung um das sechzigfache gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im laufenden Geschäftsjahr planen wir, unseren Absatz mindestens zu verdoppeln", nannte Hedenstedt als Ziel.


Handelspartner der Bewag sind die großen deutschen Verbundunternehmen wie RWE, VEW, EON, EnBW, HEW, Veag. In den europäischen Nachbarländern zählen unter anderem Tractebel (Belgien), atel, EGL, EOS, NOK (Schweiz), EdF (Frankreich), reliant (Niederlande), PSE (Polen), CEZ (Tschechien) und APT (Österreich). Hinzu kommen Energiehandelshäuser wie Enron, AEP, aquila und Statkraft sowie eine große Zahl von Stadtwerken dazu. Weitere wichtige Marktpartner sind die Börsen und die Broker. So ist die Bewag bereits seit Juli 2000 an der Leipziger Strombörse (LPX) aktiv. Dort wird vor allem in der Nacht Strom abgesetzt, der in den umweltfreundlichen Berliner Heizkraftwerken in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt wird. Darüber hinaus wird sich die Bewag ab 7. September 2000 am Stromhandel an der Frankfurter Strombörse EEX (European Energy Exchange) beteiligen.


Nach der Öffnung des europäischen Strommarktes durch die EU und der zunehmenden Einbindung des Bewag-Netzes in das europäische Verbundnetz, die im November dieses Jahres vollendet wird, hätte sich auch die Situation für den Bewag-Stromhandel in den letzten 18 Monaten vollständig verändert. War das Handelsgeschehen früher durch langfristige Verträge zwischen den einzelnen Energieversorgungsunternehmen gekennzeichnet, die durch täglichen Handel mit kleineren Mengen Strom optimiert wurden, so ist das Geschehen heute durch Aktivitäten vieler neuer Marktpartner gekennzeichnet.