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Bewag sichert sich gegen die Unberechenbarkeit des Wetters ab

Der Berliner Energieversorger Bewag ist in den Wetterderivate-Handel eingestiegen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
"Rund 30 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung sind direkt oder indirekt wetterabhängig. Das verdeutlicht, welchen Stellenwert Wetterderivate als Risiko-Absicherung für Unternehmen, vor allem im Energie-Sektor, gewinnen werden. Die Bewag will dieses innovative Produkt auch ihren Geschäftspartnern anbieten. Dies ist einer der Zukunftsmärkte, in denen wir wachsen wollen", erläuterte Anders Hedenstedt, Mitglied des Vorstandes der Bewag für Erzeugung und Vertrieb, die Bedeutung des ersten Wetterderivate-Handels der Bewag.


Wetterderivate werden zwischen zwei Unternehmen abgeschlossen. Ihr Ziel ist der Ausgleich von möglichen Erlösausfällen durch Wettereinflüsse, die für die Geschäftstätigkeit der beteiligten Firmen nachteilig wären. So hatte sich die Bewag gegen einen zu warmen Winter abgesichert. Denn da der Berliner Energiedienstleister Strom und Wärme fast ausschließlich in Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt, hätte ein warmer Winter einen geringen Fernwärme-Bedarf der Kunden und damit eine geringere Stromerzeugung in den Kraftwerken bedeutet. In diesem Fall müsste die Bewag Strom auf dem Spotmarkt hinzu kaufen - dieser wäre erheblich teurer als der Strom aus eigener Erzeugung. Darüber hinaus würde das Ergebnis der Bewag durch sinkende Fernwärme-Erlöse belastet. Das erste Wetterderivat von Dezember 2000 bis März 2001 sicherte die Bewag-Heizkraftwerke Mitte und Klingenberg ab. Diese vier Monate waren mit einer Durchschnittstemperatur von 2,2 Grad verhältnismäßig kalt. Daher haben die beiden Kraftwerke 100 Gigawattstunden mehr Strom erzeugt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.


Wetterderivate existieren seit etwa fünf Jahren. Weltweit wurden in dieser Zeit mehr als 2000 Wetter-Finanzverträge abgeschlossen. Ihr Wert belief sich insgesamt auf etwa sechs Milliarden US-Dollar. Abgesichert werden meist Risiken durch Temperaturschwankungen. Aber auch gegen negative Folgen von Regen, Schnee oder Stürmen können sich Unternehmen schützen.