Bewag hebt Netzristriktionen auf

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Gestern hat der Berliner Energieversorger Bewag die 380-Kilovolt-(kV)-Kabelanlage zwischen dem Umspannwerk Friedrichshain im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg und dem neu erbauten Umspannwerk Marzahn im gleichnamigen Bezirk in Betrieb genommen. Damit wird die letzte Lücke der insgesamt 38,3 Kilometer langen, leistungsstarken 380-kV-Diagonale durch die Lastschwerpunkte Berlins geschlossen. Sie führt von der nordwestlichen Stadtgrenze in Spandau-Hakenfelde bis zur östlichen Stadtgrenze in Marzahn. Über die beiden Umspannwerke der VEAG Vereinigte Energiewerke AG - Umspannwerk Wolmirstedt bei Magdeburg und Umspannwerk Neuenhagen östlich von Berlin - ist das Netz der Bewag jetzt vollständig in das deutsche und westeuropäische Strom-Verbundnetz integriert. Mit dem nun zweiseitigen Anschluss an das Netz der VEAG wird die vorübergehende Netzrestriktion zur Durchleitung von Strom anderer Anbieter in den Westteil Berlins aufgehoben.


"Die 380-kV-Diagonale bildet das Rückgrat der Stromversorgung Berlins. Mit der Einschaltung des letzten Teilstückes kann die Bewag den Einsatz ihrer innerstädtischen Kraftwerke und die Strombeschaffung für Berlin optimieren und ihre Stellung im Wettbewerb weiter ausbauen", erklärte Prof. Dr. Dietmar Winje, Vorsitzender des Vorstandes der Bewag, anlässlich der Inbetriebnahme. Der nun fertig gestellte letzte Teil der 380-kV-Diagonale ist 5,2 Kilometer lang. Es handelt sich dabei um eine durchgehende Tunnelanlage in einer Tiefe von bis zu 25 Metern, deren Bau im Oktober 1997 begonnen und im Juli 1999 abgeschlossen wurde. Die von August 1999 bis Juli 2000 im Tunnel eingebauten beiden 380-kV-Kabelsysteme haben eine Länge von jeweils 5,4 Kilometern und eine Übertragungsleistung von 1100 Megawatt pro System. Für den Bau der Gesamtanlage einschließlich des Neubaus des Umspannwerk Marzahn investierte die Bewag etwa 235 Millionen DM.