Bewag: Das "Kunstwerk - Kraftwerk" ist vollendet

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Erstmals in der Geschichte Berlins und der Bewag ist ein Kraftwerksneubau in der deutschen Hauptstadt mit einem umfassenden "Kunst am Bau"-Projekt ausgestattet worden. Sechs international bekannte Künstler aus vier verschiedenen Ländern haben dazu ihre Kunstprojekte rund um das Heizkraftwerk Mitte verwirklicht. Die beiden letzten Kunstwerke wurden heute der Öffentlichkeit übergeben. An der Fassade des Werkstattgebäudes realisierte der renommierte Medienkünstler Prof. Thomas Bayrle ein außergewöhnliches Wandbild. Und im Foyer des Verwaltungsgebäudes hat Franz Ackermann, einer der profiliertesten Künstler der jungen Generation, seinen Gemäldefries fertiggestellt.


Bei der Abschluss-Veranstaltung am Heizkraftwerk Mitte erklärte Dr. Klaus Bechtold, Vorstand für Erzeugung der Bewag: "Als weltweites Projekt der EXPO 2000 präsentiert sich das modernste Heizkraftwerk Europas mit seinem ungewöhnlichen Kunst am Bau-Projekt nun der Öffentlichkeit."


Als Vorlage für das aus 12.000 Fliesen bestehende Wandbild diente Professor Bayrle an der Frankfurter Städelschule die Druckseite einer Tageszeitung. Sie wurde allerdings am Computer aufgerastert, vergrößert und damit stark verfremdet. Inhaltlich setzt sich das Werk mit dem biblischen Zitat: "Es möchten vielleicht 50 Gerechte in der Stadt sein" auseinander. Mit der Entscheidung, das Wandbild aus Kacheln zu fertigen, griff Bayrle eine alte Berliner Handwerkstradition auf. Dies hat aber auch einen praktischen Grund: Kacheln sind außerordentlich haltbar und resistent gegenüber Witterungseinflüssen.


Einen umlaufenden Bildfries schuf der Künstler Franz Ackermann im Foyer der Kraftwerksverwaltung. Das kompliziert konzipierte Wandrelief zeigt das Versorgungsgebiet des Heizkraftwerkes Mitte in abstrahierter Form und in leuchtenden Farben. Neben blütenähnlichen Ornamenten tauchen zahlreiche prominente Berliner Bauten auf: Etwa die Häuser des Potsdamer Platzes, das Reichstagsgebäude und das Brandenburger Tor. Dabei handelt es sich allerdings nicht um exakte realistische Wiedergaben der vorhandenen Architektur. Der begehbare "Graham-Pavillon" des New Yorker Konzeptkünstlers und Architekten Dan Graham steht inmitten eines Wasserbeckens im Eingangsbereich des Heizkraftwerkes Mitte. Er ist für die Öffentlichkeit über eine kleine Brücke zu erreichen. Dan Graham entwarf den Pavillon mit elliptischem Grundriss aus Glas und Metall, der von Auszubildenden der Bewag in rund fünfmonatiger Bauzeit realisiert wurde. Die Pavillon-Skulptur ist fünf Meter lang und 2,40 Meter hoch. Eine Seitenwand besteht aus gewölbtem Einwegspiegelglas, die andere Seitenwand wurde aus Edelstahl-Lochblech gefertigt.