Gorleben

Betreiber will Castor-Strahlung schnell senken

Der Betreiber des Zwischenlagers Gorleben will die in die Umgebung abgegebene Strahlung durch Castor-Behälter schnell senken. Mit dem niedersächsischen Umweltministerium werde man kurzfristig Maßnahmen abstimmen, "die eine Reduzierung der Dosis am Zaun bewirken".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben (dapd-nrd/red) - Dies teilte die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) mit. Danach stehe einer Einlagerung weiterer Castor-Behälter nichts im Wege. Vorrangig werde man die Belegung der Plätze im Zwischenlager optimieren, erklärte die GNS weiter. Die eigene Strahlenüberwachung habe zu keinem Zeitpunkt Auffälligkeiten gezeigt. Das Land hatte am Zaun des Geländes eine erhöhte Neutronenstrahlung gemessen und Maßnahmen gegen eine drohende Grenzwertüberschreitung verlangt.

"Der Betreiber muss die Grenzwerte einhalten, sonst wird der Transport gestoppt", sagte der Sprecher der niedersächsischen Landesregierung in Hannover. Weitere Messungen müssten die Strahlenwerte am Zwischenlager klären. Danach sei entsprechend zu entscheiden.

Abgeordnete wollen Lager in Gorleben blockieren

Abgeordnete aus mehreren Parlamenten wollen am Sonntag das Gorlebener Endlagerbergwerk blockieren. Die Parlamentarier seien der Überzeugung, dass der untertägige Salzstock nicht für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll geeignet sei und Gorleben als Endlagerstandort aufgegeben werden müsse, teilte die Initiative "Gorleben365" am Donnerstag mit. Ihre Beteiligung an der Protestaktion haben den Angaben zufolge Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete von Grünen und Linke zugesagt. Aus dem Lüchow-Dannenberger Kreistag wollen auch Kommunalpolitiker von SPD und FDP mit blockieren.

Atomkraftgegner: Polizei soll Transport nicht begleiten

Atomkraftgegener fordern indes, die Polizei solle sich weigern, die Castor-Behälter zu begleiten. Falls die Anlieferung der elf Behälter aus Frankreich wegen der erhöhten Strahlung am Zwischenlager nicht abgesagt werde, solle die Polizei "deutlich machen, dass sie besseres zu tun hat, als zu Zehntausenden einen Transport zu schützen, dessen Legalität in den Sternen steht", sagte Jochen Stay von der atomkraftkritischen Organisation "Ausgestrahlt" am Donnerstag.