Reaktion auf Trittins Äußerungen

Betreiber erinnern an Versorgungssicherheit durch Kernkraftwerke

Die Kernkraftbetreiber haben auf die Äußerungen von Umweltminister Trittin reagiert, die Kernenergie würde die Versorgungssicherheit gefährden. Zudem bezeichneten sie Trittins Vorschlag, die Kosten für die Endlagersuche zu übernehmen als "sachwidrig und ungerechtfertigt" und eine Bündelung der Kompetenzen auf Bundesebene sei ebenfalls nicht zielführend.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die deutschen Kernkraftwerke haben immer wieder, zuletzt während der außergewöhnlichen Hitzeperiode im Sommer 2003, entscheidend zur Sicherung der Stromversorgung beigetragen. Im Gegensatz zu Energieträgern wie Wind und Laufwasser, deren Verfügbarkeit in lang andauernden wind- und regenarmen Hochdruckwetterlagen stark eingeschränkt ist, produzierten die im Betrieb befindlichen Reaktoren im August diesen Jahres insgesamt 13,16 Milliarden Kilowattstunden (kWh)", darauf will das Deutsche Atomforum hingewiesen wissen.

Diese Bilanz führe die Aussage des Bundesumweltministers anlässlich des Atomrechtssymposiums in Köln, Atomkraft gefährde die Versorgungssicherheit, ad absurdum, teilte die Vereinigung weiter mit. Die die Entwicklung der vergangenen Monate hätte deutlich gemacht, dass ideologisch motivierte Ausstiegsszenarien eine nachhaltige Energieversorgung, die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit gleichermaßen berücksichtigen muss, unmöglich machten. Notwendig sei ein ausgewogener Energiemix, zu dem alle Energieträger ihren Beitrag leisten müssten.

Auf Trittins Forderung, die Kosten für die Endlagersuche müssten die Kraftwerksbetreiber übernehmen, reagierten die Betreiber ebenfalls: Zu Gorleben sei vereinbart worden, dass die Erkundungsarbeiten zur Klärung konzeptioneller Fragen für mindestens drei und maximal zehn Jahre (ab Oktober 2000) unterbrochen werden. Zu Konrad sei vereinbart worden, eine gerichtliche Überprüfung des Planfeststellungsbeschlusses durch die Rücknahme des Antrags auf Sofortvollzug zu ermöglichen. Die Erkundung weiterer Standorte bzw. die generelle Neuentwicklung eines Verfahrens zur Suche von alternativen Standorten stünden damit nicht im Einklang. Vor diesem Hintergrund hält das Deutsche Atomforum (DAtF) eine Kostenbeteiligung der Energieversorgungsunternehmen an zusätzlichen Standorterkundungen für sachwidrig und ungerechtfertigt.

Auch der Vorschlag des BMU zur Konzentration der Atomaufsicht beim Bund sei nicht zielführend. Ein solches Vorgehen führt nach Auffassung des DAtF dazu, dass der notwendige Sachverstand auf Länderebene ausgehöhlt wird und verloren geht. Sowohl im Hinblick auf den Betrieb der Anlagen als auch für deren spätere Stilllegung seien dezidierte Kenntnisse der jeweiligen Anlage und damit lokales Know-how erforderlich.