Emissionshandel

BET stellt Allokationsmodell für Kraft-Wärme-Kopplung vor

Der Kölner KWK-Kreis hat unter Federführung der BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH ein Modell zur Allokation von Emissionszertifikaten für Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Anlagen im Emissionshandel erarbeitet. Durch das Modell sollen Wettbewerbsnachteile der KWK im Emissionshandel und Fehlanreize zum Herunterfahren von KWK-Anlagen vermieden werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach den Vorgaben der EU-Richtlinie zum Emissionshandel müssen die nationalen Allokationspläne Angaben über die Berücksichtigung von Effizienztechnologien und von Early action enthalten. Im Entwurf des deutschen Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes (TEHG) sind Möglichkeiten für eine besondere Allokation für KWK-Anlagen vorgesehen. Für den nationalen Allokationsplan in Deutschland erscheint laut BET absehbar, dass die Allokation von Emissionserlaubnissen im Sinne des Grandfathering mit Erfüllungsfaktor auf Basis der Emissionen einer Referenzperiode kostenfrei erfolgt.

Im September 2003 hat sich die von BET Aachen initiierte unabhängige Arbeitsgruppe "Kölner KWK-Kreis" zum Thema Kraft-Wärme-Kopplung und Emissionshandel gegründet. Die Gruppe besteht aus 19 Betreibern von KWK-Anlagen aus Industrie, öffentlicher und nicht-öffentlicher Versorgung. Der Fehlanreiz, KWK-Anlagen herunter zu fahren, entsteht dadurch, dass die KWK-Wärmeerzeugung mit dezentral erzeugter Wärme aus Anlagen mit einer Leistung kleiner 20 Megawatt die nicht zur Teilnahme am Emissionshandel verpflichtet sind, konkurriert. Die erforderlichen Emissionszertifikate müssen daher allein dem Koppelprodukt Strom zugerechnet werden. Bezogen auf die Stromerzeugung ergibt sich dadurch für KWK-Anlagen ein höherer Emissionsfaktor als für Nicht-KWK-Anlagen mit je nach Marktwert der Kohlendioxid-Erlaubnisse entsprechend höheren Grenzkosten der KWK-Stromerzeugung.

Zur Vermeidung der Fehlanreize aus dem Wettbewerbsnachteil im Wärmebereich ist eine spürbare Entlastung der Grenzkosten der KWK-Stromerzeugung erforderlich. Als spürbar wird eine Entlastung um 0,1 Tonne pro Megawattstunde Stromerzeugung aus KWK angesehen, woraus sich laut BET ein Budget von fast 5,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Zertifikaten pro Jahr ergibt. Daher schlägt das BET vor, das Volumen einer KWK-Zusatzallokation auf knapp 5,5 Millionen Tonnen Zertifikaten, mindestens jedoch in einer Höhe zu bemessen, die den Abstand des nationalen Erfüllungsfaktors zu Eins ausgleicht. Als Effizienzkriterium für die Ausreichung des Budgets bietet KWK-Strom und KWK-Nutzwärme nach dem KWK-Gesetz den Vorteil eines eingeschwungenen Verfahrens und ausreichenden Datenmaterials.

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