best energy, LichtBlick und Yello gründen Initiative "Pro Wettbewerb"

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Stromanbieter best energy GmbH (Berlin), LichtBlick - die Zukunft der Energie GmbH (Hamburg) und die Yello Strom GmbH (Köln) haben in der Bundeshauptstadt Berlin die Initiative "Pro Wettbewerb" ins Leben gerufen. Die drei neuen Anbietern fordern mittels ihres Vorstoßes die politisch Verantwortlichen "nachdrücklich" dazu auf, "für die längst überfälligen fairen und rechtlich verbindlichen Rahmenbedingungen im liberalisierten Strommarkt zu sorgen". Zwar sei der diskriminierungsfreie Netzzugang im Energiewirtschaftsgesetz gesetzlich verankert, doch stellten die drei Unternehmen in der Praxis "täglich" fest, dass die einstigen Monopolisten und heutigen Netzbetreiber gegen diesen Grundsatz verstoßen und neue Anbieter "offensichtlich diskriminieren". Ihre Interessen haben die drei Energieversorger in einem Forderungskatalog zusammengefasst. Zentrale Forderungen des sechs Seiten umfassenden Memorandums sind die Einrichtung einer Regulierungsinstanz und der Erlass einer Netznutzungsverordnung.



Die drei Initiatoren sind sich einig darin, dass gleiche Netznutzungsentgelte für alle Marktteilnehmer die Voraussetzung für einen diskriminierungsfreien Netzzugang sind. Neue Anbieter würden "nahezu flächendeckend" diskriminiert, da die ehemaligen Gebietsmonopolisten ihren eigenen Vertrieb durch ihren Netzbereich quersubventionierten. "Es kann nicht sein", so Dr. Henning Borchers, Geschäftsführer der best energy GmbH, "dass die Ex-Monopolisten den Strom zum Nulltarif liefern, weil sie die Netznutzungsentgelte offenbar lediglich den neuen Anbietern in der vollen Höhe berechnen. Es kann auch nicht sein, dass die Netznutzungsentgelte vergleichbarer Netzbetreiber einen Unterschied von bis zu 10 Pfennig je Kilowattstunde aufweisen."



Die Initiative "Pro Wettbewerb" lehnt zudem Wechsel- oder andere Sonderentgelte beim Wechsel des Anbieters ab und fordert die Gleichbehandlung aller Kunden bei der Rechnungsstellung. Obwohl das Bundeskartellamt "Wechselgebühren" für rechtswidrig erklärt hat, verlange die Mehrzahl der Netzbetreiber von den neuen Anbietern Wechselgebühren. Die Spanne liegt dabei zwischen 49 und satten 249 Mark. Gero Lücking, Leiter Strombeschaffung und -versorgung und Prokurist bei LichtBlick: "Wer glaubt, die monopolistischen Netzbetreiber kommen im Interesse des Marktes von sich aus zur Besinnung ist naiv. Wir brauchen zum Schutz der Verbraucher endlich rechtlich verbindliche und faire Rahmenbedingungen!"



Als Grundlage für einen reibungslosen und effizienten Geschäftsablauf fordert die Initiative sodann "ein faires Kündigungs- und Bearbeitungsmanagement". Dazu Ingo Bücher, Unternehmenssprecher der Yello Strom GmbH: "Nahezu jeder Netzbetreiber definiert seine eigenen Standards und ändert diese auch noch in kurzen Abständen quasi nach Gutdünken. Im Zuge der durch die Initiative Pro Wettbewerb geforderten Netznutzungsverordnung müssen Standards festgelegt werden, die den Kundenwechsel deutlich vereinfachen!"



Die Gründungsmitglieder der Initiative fordern nunmehr die zuständige Politik auf, sich "ihrer Verantwortung" zu stellen. Die gesetzlichen Grundlagen müssten ausgeschöpft werden, wenn offensichtlich sei, dass das Ziel des Gesetzes nicht realisiert werde und deshalb der Wettbewerb auf dem Strommarkt zum Nachteil der Verbraucher auf der Strecke bleibe.



Die Initiative im Web: www.pro-wettbewerb.de. Den Forderungskatalog im PDF-Format können Sie direkt hierherunterladen.