Sicherheit

Besserer Schutz bei Atomunfällen angestrebt

Die Atomkatastrophe in Fukushima liegt drei Jahre zurück, doch der Schrecken sitzt immer noch tief. Experten, Bund und Länder wollen nun die Sicherheitsmaßnahmen für den Fall eines Unfalls verschärfen. Die Strahlenschutzkommission hat dazu neue Empfehlungen vorgelegt.

Kernenergie© lassedesignen / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Drei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima wird ein besserer Katastrophenschutz rund um die deutschen Kernkraftwerke vorbereitet. Dafür liegen neue Empfehlungen der Strahlenschutzkommission vor - die Experten beraten die Bundesregierung. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte am Montag in Berlin, trotz des endgültigen Atomausstiegs im Jahr 2022 müsse bis dahin die Sicherheitstechnik in den neun restlichen Atommeilern konsequent weiterentwickelt werden.

Konsens für den Ausstieg

Nach Fukushima waren die sieben ältesten deutschen AKW und der pannenanfällige Meiler Krümmel abgeschaltet worden. Am 11. März 2011 hatten ein Erdbeben und eine Flutwelle zu dem dramatischen Atomunfall in Japan geführt. Daraufhin gab es in Deutschland einen breiten gesellschaftlichen Konsens für den Ausstieg aus der Atomkraft-Nutzung.

Weitere Evakuierung, mehr Jodtabletten

Die Strahlenschutzkommission empfiehlt, im Fall eines schweren Atomunfalls die direkten Anwohner innerhalb von sechs Stunden in einem Umkreis von fünf statt bisher zwei Kilometern in Sicherheit zu bringen. Zudem soll die daran anschließende "Mittelzone" von zehn auf 20 Kilometer vergrößert werden. Hier würde eine 24-Stunden-Frist gelten. Auch sollen Länderbehörden, die für den Katastrophenschutz zuständig sind, mehr Jodtabletten vorhalten. Diese sättigen die Schilddrüsen und verhindern, dass der Körper radioaktives Jod aufnimmt.

Einheitliche Pläne für EU

Hendricks wird die Ratschläge der Experten, die "äußerst unwahrscheinliche schwere Unfälle berücksichtigen", an die Länder-Innenminister weiterleiten. Zugleich will sie dafür kämpfen, dass in Europa die Notfall-Pläne vereinheitlicht werden, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Einige Atomkraftwerke stehen in Nachbarländern nahe der deutschen Grenzen.

Quelle: DPA