Wettlauf mit der Zeit

Bessere Förderung zur Entwicklung der CCS-Technologie gefordert

Die Bundesregierung muss nach Ansicht von Brandenburgs SPD-Fraktionschef Günter Baaske die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien zur Braunkohle-Verstromung fördern. Der Bund müsse endlich seine Zurückhaltung bei dem Thema aufgeben, forderte Baaske nach einem Treffen mit Vertretern der EU-Kommission in Brüssel.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Potsdam (ddp-lbg/sm) - Deutschland befinde sich in einem Wettlauf mit der Zeit. Großbritannien habe bereits ein Förderprogramm für die Entwicklung der sogenannten CCS-Technologie zur Abscheidung und Speicherung von CO2 aufgelegt. Deutschland müsse aufpassen, dass es seine bisherige Spitzenstellung bei der Erforschung und Entwicklung der Technologie nicht verliere.

Die Technologie werde maßgeblich in Brandenburg entwickelt und erprobt, betonte Baaske. Die Experten der EU-Kommission sähen großes Potenzial in der Technik. Voraussichtlich noch in diesem Jahr solle eine Richtlinie erarbeitet werden, nach der neue Kraftwerke nur noch dann errichtet werden dürften, wenn die CCS-Technologie nachgerüstet werden könne.

Die EU-Spezialisten seien sehr zuversichtlich, dass die Technologie marktreif gemacht werden kann. Die EU wolle deshalb bis 2015 zwölf Demonstrationsprojekte fördern. Erstes offiziell angemeldetes Projekt sei ein Pilotkraftwerk von Vattenfall in der Lausitz. Brandenburg sei bei der Erprobung der Technologie EU-weit führend.

Um den Vorsprung zu halten und die Technologie in Brandenburg zur Marktreife zu bringen, müsse der Bund in die Förderung einsteigen, unterstrich der SPD-Politiker. Die Bundesregierung müsse in die Offensive gehen. Das sei auch vor dem Hintergrund der kräftig steigenden Energiepreise nötig. Braunkohle sei derzeit der einzige Energieträger, für den sich die Preise nicht verteuerten. Die Braunkohle könne daher die Bezahlbarkeit von Strom sichern. Doch müsse die Verstromung sauberer als bislang sichergestellt werden.