Bundeskabinett

Beschluss: Bau von Solarparks künftig über Auktionen

Der Bau von Solarparks soll künftig von der Bundesnetzagentur per Auktion geregelt werden. Was für den Bundeswirtschaftminister eine Möglichkeit ist, Kosten zu senken und die Energiewende planbarer zu machen, ist für die Solarbranche eine neue Hürde für den Ausbau der Solarenergie.

Photovoltaik Vergleich© Sébastien SALORT / Fotolai.com

Berlin (AFP) - Der Bau von Solarparks wird in Zukunft über ein Auktionsverfahren der Bundesnetzagentur vergeben und limitiert. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Verordnung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). "Wir schaffen erstmals die Basis für eine wettbewerbliche Förderung erneuerbarer Energien", erklärte Gabriel.

Maßnahme zur Kosteneinsparung

Die Höhe der Förderungen für Solarparks wurde bislang staatlich festgelegt, das soll sich mit der neuen Verordnung nun ändern. Künftig sollen Interessenten sich gegenseitig unterbieten. Die Bundesregierung erhofft sich, dadurch Kosten einzusparen. Die Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien würden "planbar und kostengünstiger", erklärte Gabriel. Im Februar werde die Netzagentur die erste Ausschreibungsrunde bekannt geben.

Kritik: Solarenergie weiter ausgebremst

Die Solarbranche und die Grünen gingen mit dem neuen Verfahren dagegen hart in die Kritik: Der Bundesverband für Solarwirtschaft (BSV) bemängelte, dass die Bundesregierung dadurch den Ausbau der Solarenergie bremse. Die geplanten Ausschreibungen in den kommenden drei Jahren für Solarparks mit insgesamt 1,2 Gigawatt Leistung seien "viel zu wenig". Zudem sei das Verfahren "bürokratisch und ein Erfolg unsicher", teilte der BSV mit.

Oliver Krischer und Julia Verlinden (beide Grüne) kritisierten, die Bundesregierung ersticke Solarenergie-Projekte "mit bürokratischen Vorgaben". Union und SPD verschlössen "endgültig den Erfolgskurs beim Ausbau Erneuerbarer Energien", teilten die Oppositionspolitiker gemeinsam mit.

Quelle: AFP