Defizite

Beschäftigte der Windindustrie monieren Arbeitsbedingungen

Beschäftigte in der boomenden Windkraftbranche fordern verbesserte Arbeitsbedingungen. In einer am Samstag in Bremen verabschiedeten Erklärung sprechen sich Beschäftigte und Betriebsräte von Hersteller- und Zuliefererbetrieben für tarifliche Regelungen und Mitbestimmung durch Betriebsräte aus.

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Bremen (dapd/red) - Unterstützung bekommen sie dabei unter anderem von den SPD-Chefs in Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Tarifverträge seien eine Ausnahme, Leiharbeit weitverbreitet und die Bezahlung der Beschäftigten häufig undurchsichtig, kritisierte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel.

Auch beim Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der Mitbestimmung gebe es Defizite. Teilweise werde versucht, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern. "Wir unterstützen den Ausbau der erneuerbaren Energien, verlangen aber auch, dass die Interessen der Beschäftigten stärker berücksichtigt werden", sagte Wetzel.

Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, forderte, bei der staatlichen Förderung der Branche auch auf die Arbeitsbedingungen zu achten. "Die Windkraftindustrie darf nicht blind gefördert werden. Subventionen müssen abhängig davon sein, ob in den Betrieben Tarifverträge gelten und Interessenvertretungen bestehen", betonte sie. In der Windbranche arbeiten nach Angaben der IG Metall bundesweit rund 100.000 Beschäftigte.