Umstrittene Aussagen

Bernotat entschuldigt sich für "Strom ist zu billig"

E.ON-Chef Wulf Bernotat hat mit seiner Aussage, dass Strom in Deutschland eigentlich "zu billig" sei, für erheblichen Aufruhr gesorgt. Nun entschuldigt er sich für seine Äußerungen, bleibt aber bei seiner Meinung - und gibt dem Staat die Hauptschuld für die hohen Energiepreise.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - "Für das, was Strom an Lebensqualität bietet, ist Strom eigentlich zu billig, wenn wir ehrlich sind", sagte Bernotat kürzlich in einem Interview mit der Bild-Zeitung und hat damit natürlich heftige Kritik hervorgerufen. Nun entschuldigt er sich in einem offenen Brief, wie die Bild nun berichtet. Demnach habe er für seine Äußerungen "Zuspruch bekommen, aber auch sehr viel und zum Teil auch heftige Kritik erhalten".

Mit seinen Äußerungen habe er jedoch "niemanden vor den Kopf stoßen oder provozieren", sondern lediglich die aufgeheizte Strompreisdepatte "versachlichen und den Blick wieder auf die Tatsachen lenken" wollen. Trotzdem bleibt er bei seiner Meinung, das Strom nicht zu teuer sei. So zahle ein Vier-Personen-Haushalt täglich etwa 2,60 Euro für Strom, etwa so viel wie für "eine Currywurst, ein Stück Kuchen oder ein großes Bier" und noch nicht einmal soviel "wie für eine Schachtel Zigaretten", so Bernotat. "Wenn man sich diese Beispiele nüchtern vor Augen hält, dann ist Strom nicht zu teuer; gemessen daran, dass er vom Licht über den Herd und die Kaffeemaschine bis zum Fernseher unser modernes Leben erst möglich macht", schrieb der E.ON-Chef weiter in seinem offenen Brief.

Zudem schiebt der Manager die Schuld für die hohen Preise dem Staat in die Schuhe, denn dieser sei durch Steuern und Abgaben zu 40 Prozent für die Preise verantwortlich und reguliere weitere 35 Prozent über die Netzentgelte. Rechne man den Staatsanteil heraus, sei der Strom in Deutschland sogar billiger als in vielen anderen Ländern Europas.

Weiterführende Links
  • Zum Artikel der Bild-Zeitung