Prüfung

Berlins Wirtschaftssenator Wolf stellt höhere Strompreise in Frage

Seit gestern bekannt wurde, dass Vattenfall in Berlin und Hamburg zum 1. Mai die Strompreise anheben wird, glüht der Tarifrechner im strom magazin. Viele Verbraucherschützer raten zum Wechsel - aber ohne Hektik. Berlins Wirtschaftssenator Wolf indes versprach, die Vattenfall-Anträge genau zu prüfen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei.PDS) steht der vom Energiekonzern Vattenfall Europe geplanten Strompreiserhöhung kritisch gegenüber. "Es ist nicht gesagt, dass Vattenfall mit seinem Antrag auf Tariferhöhung tatsächlich durchkommt", sagte Wolf der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe).

Zudem sei nicht ausgeschlossen, dass der Energiekonzern seine Tarifpläne nach unten korrigieren müsse. "Unsere Preisprüfungsstelle wird sehr genau auf die Begründung von Vattenfall schauen", kündigte Wolfs Sprecher Christoph Lang an. Wie gestern bekannt wurde, will Vattenfall Europe die Strompreise für zwei Millionen Privatkunden in Berlin und eine Million Privatkunden in Hamburg zum 1. Mai um etwa sechs Prozent anheben. Die Tariferhöhung im Classic-Tarif (Allgemeiner Tarif/Grundversorgung) muss aber von den Wirtschaftsverwaltungen genehmigt werden.

Aus Sicht der Geschäftsführerin der Berliner Verbraucherzentrale, Gabriele Franke, sind die von Vattenfall angekündigten Preiserhöhungen nicht nachvollziehbar. "Ich bin nicht davon überzeugt, dass die angekündigten Preise ab Mai für die Berliner vergleichsweise billig sein sollen", sagte die Verbraucherschützerin, der Zeitung. Franke forderte Wolf auf, genau auf den Berlin-Klassik-Tarif zu achten, über den die meisten Berliner bei Vattenfall ihren Strom beziehen. Der Wirtschaftssenator müsse genau hinsehen, ob der Preisanstieg auch gerechtfertigt ist.

Für die Stromkunden sei Hektik dennoch nicht angebracht, sagte die Verbraucherschützerin. "Jeder sollte genau seinen durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch überprüfen und sich dann in der Republik umschauen, was man dafür bei anderen Anbietern zahlt", riet Franke. Wer dann tatsächlich wechseln wolle, habe genügend Zeit. Die Kündigungsfrist bei Vattenfall betrage 14 Tage.