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Berliner Teebeutel werden zu Biogas

Teebeutel gehören in den Biomüll und nicht einfach in die Haushaltstonne. Gerade an den Feiertagen ist jede Menge Müll angefallen, der sich, in Bioerdgas umgewandelt, hervorragend ins Gasnetz einspeisen lässt. Dann fehlen nur die Verbraucher, die ihre Biotonne füttern.

Biotonne© Claudia Paulussen / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Das Ende der Festtage: Vieles von dem, was übrig bleibt, ist Biomüll, von den Überbleibseln der Neujahrsgans bis hin zum verwelkten Adventsgesteck. Doch noch immer nehmen es viele Haushalte nicht so genau mit der Mülltrennung. Dabei können organische Abfälle, richtig entsorgt, sinnvoll weiterverwertet werden - zum Beispiel in der Biogasanlage der Berliner Stadtreinigung BSR. Sie ist einer von 100 "Ausgezeichneten Orten im Land der Ideen", die 2013 prämiert wurden.

Bio- statt Haushaltstonne

In Sachen Umwelt- und Klimaschutz gilt Deutschland als Vorreiter. Doch wie ökologisch handeln die Menschen tatsächlich? "Zwar sind die Haushalte bei der Mülltrennung in den vergangenen Jahren schon besser geworden", sagt Sabine Thümler, Pressesprecherin der Berliner Stadtreinigung BSR. "Aber noch immer landen organische Abfälle oftmals nicht in der Biotonne, sondern in der grauen Hausmülltonne." Viele Haushaltsabfälle, die zum Ende der Feiertage anfallen, lassen sich jedoch in der Biotonne entsorgen: etwa die Reste des Festmahls, Teebeutel und andere Küchenabfälle.

Biogasanlage in Berlin

Im Juni dieses Jahres hat die BSR in Spandau eine neue Biogasanlage in Betrieb genommen, die vor Kurzem von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und der Deutschen Bank als Nationalem Förderer ausgezeichnet wurde. Mikroorganismen wandeln darin organische Abfälle in klimafreundliches Biogas um, das zu Bioerdgas aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist wird. In der Anlage können jedes Jahr 60.000 Tonnen Bioabfall verarbeitet werden.

Mülltrennungsgesetz 2015

Mit der Biogasanlage werden in Berlin jährlich insgesamt 2,5 Millionen Liter Diesel eingespart und der Ausstoß von Kohlendioxid um 12.000 Tonnen gesenkt. Denn das Biogas, das aus den Abfällen gewonnen wird, dient der Hälfte der BSR-Müllfahrzeugflotte als klimafreundlicher Treibstoff. "Jeder kann dabei mithelfen, den Biomüll in der Hauptstadt nachhaltig zu nutzen. Wenn noch mehr Berliner ihre Abfälle trennen", so Thümler, "könnte es in Berlin bald eine zweite Biogasanlage geben." Zum 1. Januar 2015 wird die Biotonne allerdings gemäß einer Änderung im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verpflichtend eingeführt. Diesen Hinweis gibt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in einem Positionspapier zum Ausbau der getrennten Bioabfallsammlung. Dies bedeutet, dass ab dann alle Haushalte in Deutschland die Möglichkeit erhalten, ihre Lebensmittelreste ordentlich vom Restmüll zu trennen.

Quelle: DPA