Kein Atomstrom

Berliner SPD geht auf Konfrontation mit Vattenfall

Die rot-rote Koalition in Berlin geht auf Konfrontation mit dem Stromanbieter Vattenfall. Die SPD-Fraktion lasse prüfen, ob es möglich ist, Atomstromproduzenten von Ausschreibungen des Landes auszuschließen. Damit würde Vattenfall mit dem Land Berlin einen Großkunden verlieren.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Die SPD-Fraktion habe den Wissenschaftlichen Parlamentsdienst des Abgeordnetenhauses beauftragt, ein Gutachten zur Stromlieferung an das Land Berlin zu erstellen, berichtet die "Berliner Morgenpost" (Samstagausgabe). Mit dem Fragenkatalog solle ermittelt werden, ob der Ausschluss von Atomstromproduzenten an der europaweiten Ausschreibung des Strombezugs für Objekte des Landes zulässig sei. Außerdem solle das Gutachten klären, ob in der Ausschreibung Kriterien für die Zuverlässigkeit von Energieunternehmen festgelegt werden könnten und ein eventueller Ausschluss auch für Tochterunternehmen gelte.

Vattenfall liefert seit Anfang 2007 bis Ende 2009 für jährlich etwa 87 Millionen Euro Strom an das Land Berlin. Die Koalition hatte festgelegt, dass auf Atomenergie verzichtet werden soll. Berlin wird den Angaben zufolge von Vattenfall mit Strom aus Kräft-Wärme-Kopplung und Wasserkraft beliefert. Sollten Atomstromproduzenten generell von der Ausschreibung des Landes ausgeschlossen werden, würde der Stromkonzern, der in Deutschland drei Kernkraftwerke betreibt, das Land Berlin als Kunden verlieren.