CDU-Grundsatzprogramm

Berliner Oppositionschef Pflüger setzt sich für Atomausstieg ein

Das CDU-Präsidiumsmitglied Friedbert Pflüger will am Ausstieg aus der Atomenergie festhalten. Er warne davor, im neuen CDU-Grundsatzprogramm eine Formulierung zu benutzen, die den beschlossenen Ausstieg in Frage stelle, sagte Pflüger der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Im Entwurf für das Grundsatzprogramm der CDU, der nächste Woche der Parteichefin Angela Merkel übergeben werden soll, heißt es, dass Deutschland auf absehbare Zeit nicht auf Kernenergie verzichten könne. Pflüger sagte, um die Klimaziele zu erreichen, müsse Deutschland auf Energiesparen, Energieeffizienz, die Kohlendioxidabscheidung bei Kohlekraftwerken und den Ausbau regenerativer Energien setzen. "Der dafür notwendige Innovationsschub wird gebremst, wenn wir jetzt wieder auf Nuklearenergie setzen", sagte er. Man könne als Ultima Ratio über eine begrenzte Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken reden. "Es darf aber keinen Ausstieg aus dem Ausstieg geben", sagte Pflüger.

Bei der Atomenergie sei unter anderem die Endlagerung der radioaktiven Abfälle nicht geklärt, sagte der Berliner Oppositionsführer. Außerdem könne es Unfälle mit alternden Reaktoren geben. Dazu kämen die Gefahren einer Weitergabe von Nukleartechnologie. "Wir erleben doch in der Welt einen Run auf Nuklearwaffen, und fast überall beginnt der mit der friedlichen Kernenergie", erklärte Pflüger. Zudem gebe es die Bedrohung durch den Terrorismus. "Nichts wäre schrecklicher als ein Angriff von Terroristen auf einen nuklearen Reaktor in Europa", sagte Pflüger.