Technik nicht ausgereift

Berliner Linke gegen Kohlekraftwerk mit CO2-Abschneidung

Die Berliner Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) lehnt Pläne des Energiekonzerns Vattenfall zum Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks mit einer Anlage zur Abscheidung von Kohlendioxid ab. Auch die Grünen lehnen die CO2-Speicherung ab, erneuerbare Energien seien die Energiequellen der Zukunft.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Weder sei diese sogenannte Oxyfuel-Technik ausgereift, noch seien die Voraussetzungen für die CO2-Speicherung geklärt, meint die Senatorin. "Ein neues Kohlekraftwerk in Berlin widerspricht unseren klimapolitischen Zielen, den CO2-Ausstoß weiter abzusenken", fügte sie hinzu. "Die Energieerzeugung auf Kohlebasis bleibt für Berlin ein Auslaufmodell."

Medienberichten zufolge erwägt Vattenfall, die Anlage Klingenberg in Lichtenberg bis 2015 durch ein Kohlekraftwerk mit CO2-Abscheidungsanlage zu ersetzen. Damit würde in Berlin eines der ersten klimaneutralen Kohlekraftwerke der Welt errichtet. Beim Oxyfuel-Verfahren wird Kohlendioxid verflüssigt, so dass es in geeignete unterirdische Lagerstätten, wie sie hauptsächlich unter dem Meeresboden vorkommen, gepumpt werden kann.

Es gehe darum, Kohlendioxid zu vermeiden, nicht zu vergraben, sagte Lompscher. Damit würde auch eine neue Endlagerungsproblematik entstehen. Als Alternative schlug die Senatorin einen Kraftwerksneubau auf Erdgasbasis vor. Auch Vattenfall schließt Medienberichten zufolge diese Möglichkeit nicht aus.

Auch Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt-Bohlig lehnte den Vorstoß von Vattenfall ab. "Kohle und Öl war einmal, die Energie der Zukunft entsteht aus regenerativen Energiequellen", sagte sie. Daran änderten auch die Versuche von Vattenfall nichts, das in Berlin geplante Kohlekraftwerk mit einer Anlage zur CO2-Abscheidung auszustatten. Denn noch sei völlig unklar, ob und wann diese Technik einsetzbar sein werde, fügte Eichstädt-Bohlig hinzu. Vattenfall sollte stattdessen auf ein gasbetriebenes Kraftwerk setzen, das perspektivisch teilweise mit Biogas betrieben werden könne.