Klimapolitisch nicht vertretbar

Berlin: Verzicht auf Steinkohlekraftwerk gefordert

Die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat die Vattenfall Europa AG in einem offenen Brief zum Verzicht auf den Neubau eines Steinkohlekraftwerks in Berlin aufgefordert. In dem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden Klaus Rauscher hieß es, klimapolitisch sei dieses Vorhaben nicht vertretbar.

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Berlin (ddp-bln/sm) - Selbst mit modernster Technologie würde das Kraftwerk etwa 20 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen in Berlin verursachen. Ohnehin sei absehbar, dass Steinkohle Schritt für Schritt an Wirtschaftlichkeit verliere.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Franziska Eichstädt-Bohlig und der Energieexperte Michael Schäfer luden die Verantwortlichen bei Vattenfall in dem Brief zu einem Gespräch ein. Dabei solle erörtert werden, wie Rahmenbedingungen gestaltet werden müssten, damit Investitionen in Energieeinsparung und -effizienz auch für Vattenfall "betriebswirtschaftlich attraktiv" sind. Auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Friedbert Pflüger und Martin Lindner appellierten an den Vattenfall-Vorstand, noch einmal zu prüfen, ob es Alternativen zur Steinkohle gebe.

Der Konzern will eine Milliarde Euro in den Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks in Berlin investieren. Favorisierter Standort ist der Bezirk Lichtenberg. Die Anlage mit einer Leistung von 800 Megawatt soll 2012 in Betrieb gehen und das veraltete Kraftwerk Klingenberg ersetzen. Das Unternehmen will die Pläne am 20. März vorstellen.