Debatte

Berlin hält an Castor-Transport nach Ahaus fest

Die Bundesregierung hält an dem geplanten Transport von Castor-Behältern aus dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) in das Zwischenlager Ahaus in NRW fest. Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf hatte sich wegen möglicher Risiken für Mensch und Umwelt zuvor dafür ausgesprochen, 152 Behälter mit Atommüll in Jülich zu belassen.

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(dapd/red) - "Wir sehen das relativ kritisch", betonte ein Sprecher des Bundesforschungsministeriums am Mittwoch in Berlin.

Der Sprecher verwies auf einen Beschluss von 2008, wonach die Brennelemente nach Ahaus transportiert werden sollten. Im Übrigen gebe es erhebliche Zweifel, ob eine Unterbringung des Atommülls in Jülich überhaupt genehmigungsfähig sei, da bestimmte Vorkehrungen für ein Zwischenlager dort bislang nicht getroffen worden seien.

Für eine weitere Lagerung der Castor Behälter in Jülich wäre ein neuer Beschluss des FZJ-Aufsichtsrates notwendig. Dabei ist der Bund Hauptgesellschafter des Forschungszentrums, das Land Nordrhein-Westfalen der kleinere Teilhaber. In den Behältern lagern insgesamt 300.000 Kugeln mit hochradioaktivem Kern aus dem 1998 stillgelegten Jülicher Forschungsreaktor. Eine Genehmigung zur vorübergehenden Lagerung in Jülich endet am 30. Juni 2013.

Rot-Grün in Düsseldorf ging erneut auf Distanz zur Bundesregierung. "Die Landesregierung lehnt den Transport der Brennelemente aus Jülich nach Ahaus ab", sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Der Transport sei "unnötig", er stelle ein "Sicherheitsrisiko" dar und sei mit übermäßigen Belastungen für die Polizisten im Land verbunden. Auch der nordrhein-westfälische Landtag sprach sich mit der Mehrheit von SPD, Grünen und Linken gegen den Transport aus.