Neuste Zahlen

Bericht zur Umweltradioaktivität: Bevölkerung gering durch Strahlung belastet

Aus dem neuen Bericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2000" geht hervor, das den Hauptbeitrag zur Strahlenbelastung die Anwendung ionisierender Strahlung in der Medizin leistet.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Strahlenbelastung der Bevölkerung lag in Deutschland auch im vergangenen Jahr auf niedrigem Niveau. Das geht aus dem Bericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2000" hervor, den Bundesumweltminister Jürgen Trittin jetzt Bundestag und Bundesrat zugeleitet hat. Der Bericht enthält aktuelle Daten über die Entwicklung der Radioaktivität in der Umwelt sowie zur Strahlenbelastung in Deutschland, die von Bund und Ländern ermittelt wurden.

Nach dem Bericht sind die Folgen des Atomunfalls von Tschernobyl in der Bundesrepublik nach wie vor messbar, aber in den vergangenen Jahren weiter zurückgegangen. Die auf den Störfall zurückzuführende mittlere Strahlenexposition betrug im vergangenen Jahr weniger als 0,01 Millisievert gegenüber 0,11 Millisievert im Jahre 1986. Zum Vergleich: Die aus natürlichen Quellen (u.a. Gestein, kosmische Strahlung) resultierende Belastung liegt bei etwa zwei Millisievert. Den Hauptbeitrag zur Strahlenbelastung der Bevölkerung liefert nach wie vor die Anwendung ionisierender Strahlung in der Medizin mit etwa zwei Millisievert pro Jahr. Dieser Wert liegt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr hoch (z.B. Großbritannien: 0,3 Millisievert pro Jahr). Mit einer Novellierung der Röntgenverordnung will Bundesumweltminister Jürgen Trittin die Strahlenbelastung für Patienten und medizinisches Personal reduzieren. Der im Sommer dieses Jahres vorgelegte Entwurf sieht weitreichende Maßnahmen zur Qualitätssicherung und eine Verbesserung der Fachkunde vor, etwa durch behördlich anerkannte Kurse für das medizinische Personal und Fortbildungsmaßnahmen, die alle fünf Jahre aktualisiert werden müssen.

Etwa 50 Prozent der Strahlenbelastung, der die Bevölkerung insgesamt ausgesetzt ist, stammen aus natürlichen Quellen, wie kosmischer Strahlung, natürlicher Strahlung aus Boden und Gestein sowie durch die Aufnahme über die Nahrung, heißt es im Bericht. Die größte Rolle spielt dabei das Einatmen des radioaktiven Edelgases Radon, das vor allem aus Granitgestein entweicht. Bei Messungen wurden zum Teil erhöhte Radonkonzentrationen in Wohngebäuden in einigen Regionen Deutschlands festgestellt. Nach Schätzungen der Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK) könnten etwa vier bis zwölf Prozent aller Lungenkrebsfälle in Deutschland auf der Inhalation von Radon beruhen. Bundesumweltminister Trittin unterstützt daher nachdrücklich die von der EU-Kommission ausgesprochene Empfehlung, bei Neubauten einen Planungswert von 200 Bequerell pro Kubikmeter Raumluft und bei Altbauten einen Sanierungswert von 400 Bequerell pro Kubikmeter Raumluft einzuhalten. Eine Broschüre, die vom BMU in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit erarbeitet wurde, enthält Vorschläge, wie mit baulichen Maßnahmen die Radonkonzentrationen in Wohnhäusern gesenkt werden kann. Radonmessungen in Wohnungen führt u.a. das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) durch.

Der Bericht "Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2000" sowie Hintergrundinformationen zur Novelle der Strahlenschutzverordnung und zur Novelle der Röntgenverordnung sind unter www.bmu.de abrufbar. Die Broschüre "Radon - Merkblätter zur Senkung der Radonkonzentration in Wohnhäusern" kann im Bundesumweltministerium, Referat RS II 2, PF 120629, 53048 Bonn, Fon: 01888-3052926 angefordert werden.