Öl-Katastrophe

Bericht wirft US-Regierung schwere Versäumnisse vor

Die US-Regierung habe das Ausmaß der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko sträflich unterschätzt, so der Bericht einer von Präsident Obama eingesetzten Expertenkommission. Damit habe man das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben. Das Weiße Haus wehrt sich gegen die Vorwürfe.

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Washington (afp/red) - Die Regierung in Washington habe den "Eindruck erweckt, dass sie im Kampf gegen die Ölpest entweder nicht hundertprozentig kompetent ist oder der Bevölkerung nicht die ganze Wahrheit über das Ausmaß des Problems sagt", heißt es in dem Bericht weiter, der nicht notwendigerweise die Meinung der eingesetzten Kommission widerspiegelt. Es wird auch der Verdacht geäußert, die Küstenwache habe bei den zunächst deutlich zu niedrigen Schätzungen einfach die Zahlen von BP übernommen.

Weißes Haus weist Vorwürfe zurück

Die erste Reaktion der Regierung war eine Zurückweisung der Vorwürfe. Innenminister Ken Salazar und der Krisenbeauftragte der Regierung, Thad Allen, hätten schon sehr früh darauf hingewiesen, dass die Menge des ausgetretenen Öls die Schätzungen um ein Vielfaches übersteigen könnte. Die Bundesregierung habe "sofort und mit aller Macht" reagiert und sich dabei stets auf "die Wissenschaft" gestützt - und damit BP Schritt für Schritt zum Handeln gezwungen.

Das von Obama eingesetzte Gremium soll Schwächen bei der Krisenbekämpfung aufdecken und Lehren für den Umgang mit vergleichbaren Krisen in der Zukunft ziehen. Im Verlauf der Untersuchung sollen unter anderem die Reaktionen von Regierung und Behörden, der Einsatz von chemischen Ölbekämpfungsmitteln und das von Washington verhängte Moratorium für Tiefseebohrungen untersucht werden.