Aufteilung

Bericht: EU erwägt zwei Strompreiszonen

Einem Bericht zufolge überlegt die EU, den deutschen Strommarkt aufzuteilen. Der Grund: Im Norden wird sehr viel mehr Strom produziert, die Abschaltung weiterer AKW vergrößert das Gefälle. Bei der Aufteilung in zwei Zonen würde der Strom im Süden teurer.

Strommast© Schuppich / Fotolia.com

Wien/Düsseldorf – Die EU-Kommission erwägt einem Pressebericht zufolge, Deutschland in zwei Strompreiszonen aufzuteilen. Auslöser seien die wachsenden Ungleichgewichte in der Stromerzeugung, unter denen Deutschlands Nachbarländer litten, berichtete das "Handelsblatt" (Freitagausgabe). Künftig könne Strom in Süddeutschland teurer sein als in Norddeutschland.

"Irrationaler" Aufbau von Kapazitäten im Norden

Laut EU-Kommissionskreisen habe die Energiewende in Deutschland zu einem "nicht mehr akzeptablen Problem für alle Nachbarländer geführt", hieß es in dem Bericht weiter. Dies sei auf Dauer nicht hinzunehmen. "Alle Nachbarländer leiden, weil Deutschland im Norden völlig irrational Erzeugungskapazitäten aufbaut, ohne gleichzeitig ausreichend Netzkapazitäten zu schaffen", heiße es in den Kommissionskreisen. Die Netzengpässe hätten etwa zur Folge, dass Dänemark keinen Strom nach Süddeutschland exportieren könne. Auch Länder wie Polen und Belgien würden sich beschweren.

Abschalten von AKW vergrößert das Gefälle im Strommarkt

Tatsächlich driftet die Stromerzeugung stark auseinander: Im windreichen Norden wird weitaus mehr Strom produziert als man dort verbrauchen kann. Im Süden Deutschlands hingegen sind die Kraftwerkskapazitäten knapp. Mit dem Aus für die letzten Atomreaktoren, die überwiegend südlich der Mainlinie stehen, dürfte sich das Gefälle zwischen Nord und Süd weiter vergrößern.

Quelle: DPA