Steinkohleabbau

Bergwerk Saar: Personalabbau läuft "wie geplant"

Das Konzept eines sozialverträglichen Ausstiegs aus dem Steinkohleabbau an der Saar ist trotz Wirtschaftskrise in diesem Jahr wie vorgesehen umgesetzt worden. Mitte 2012 soll die letzte Steinkohle im Saarrevier gefördert werden. Derzeit sind noch rund 3300 Mitarbeiter am Bergwerk Saar beschäftigt.

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Saarbrücken (ddp-rps/red) - Die "letzte Etappe" sei angebrochen, der Personalabbau laufe "wie geplant", sagte der RAG-Vorstandsvorsitzende Bernd Tönjes in Saarbrücken auf der traditionellen Barbarafeier der Bergleute.

Grundversorgung der saarländischen Kraftwerke

In diesem Jahr habe das Bergwerk Saar rund eine Million Tonnen Steinkohle für die Grundversorgung der saarländischen Kraftwerke geliefert, sagte Tönjes. Am 15. Dezember soll der Abbau im Feld Dilsburg beginnen, in dem die letzte saarländische Steinkohle gefördert wird. Nur mit dieser Förderung sei ein sozialverträglicher Ausstieg, also ohne betriebsbedingte Kündigungen, möglich.

Neue Landesregierung hält an den Vorgängerregierungs-Plänen fest

Ministerpräsident Peter Müller (CDU) bekräftigte, die neue schwarz-gelb-grüne Landesregierung werde die Vereinbarungen zum sozialverträglichen Ausstiegsszenario einhalten. Alles, was unter der CDU-geführten Vorgängerregierung vereinbart worden sei, "gilt auch für die Zukunft", sagte Müller.

Zugleich verteidigte er die Notwendigkeit, dass rund 1700 Beschäftigte nach dem Ende der Kohleförderung an der Saar vorübergehend zu RAG-Standorten an der Ruhr oder in Ibbenbüren wechseln müssen, bis sie die Vorruhestandsregelungen im Bergbau in Anspruch nehmen können. Diese Regelungen seien "sozial einmalig" im Vergleich zur übrigen Wirtschaft, die vorübergehende Umsetzung zu anderen Standorten insofern "zumutbar".

Nach einer schweren bergbaubedingten Erderschütterung am 23. Februar 2008 hatte die RAG im Juni vergangenen Jahres die Stilllegung des Bergwerks Saar zum 30. Juni 2012 beschlossen.