"Vertrauensbasis beschädigt"

Bergbaugewerkschaft droht mit Blockade des RAG-Börsengangs

Angesichts der Attacken des Bundeswirtschaftsministeriums auf RAG-Chef Werner Müller droht die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mit einer Blockade des geplanten Börsengangs des Mischkonzerns. Gewerkschaftschef Hubertus Schmoldt kritisierte Wirtschaftsminister Glos scharf.

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Düsseldorf (ddp/sm) - "Wir werden im Aufsichtsrat keiner Lösung zustimmen, mit der Herr Müller nicht einverstanden ist", sagte Schmoldt dem in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt" (Montagsausgabe).

Mit scharfen Worten kritisierte Schmoldt die Taktik von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der Müller nach "Handelsblatt"-Informationen aus Ministeriumskreisen sowohl an der Spitze der Kohle-Stiftung als auch als Vorstandschef des ausgegliederten "weißen Bereichs" des Konzerns verhindern möchte. "Das ist ungeheuerlich", sagte Schmoldt. Gegen alle Absprachen betreibe Glos eine "Hetzjagd" und die "Demontage" des Architekten des Kohle-Kompromisses. Damit sei die Vertrauensbasis schwer beschädigt: "Wie sollen wir uns so im nächsten Kohle-Gipfel zusammensetzen?"

Schmoldt forderte in dem wochenlangen Streit ein Machtwort von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich lobend über den Sachverstand von Müller geäußert habe: "Nun muss sie erklären, wie sie sich die künftige Rolle von Müller vorstellt."